»Besserung« von Ludwig Thoma ist mit gütiger Erlaubnis des Verfassers und der Verlagsbuchhandlung den »Lausbubengeschichten« entnommen (Albert Langen, Verlag, München).
Vorwort
Aus der reichen Fülle des Humors im deutschen Schrifttum greift dieser neue Band der »Hausbücherei« der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung wieder ein paar der freundlichsten Blüten heraus. Das behagliche Lachen, die heitere, wolkenlose Laune ist in unsern arbeitsschweren Tagen ein seltener Gast geworden. Da sollen diese Bände der »Hausbücherei« mit ihrem sonnenhellen Humor, der aus dem Herzen kommt und ins Gemüt hinein seinen Weg sucht, ein wenig helfen und im Leser etwas aufleuchten lassen, das ihn warm macht in der Kälte des Lebens und in ihm das Begehren weckt, immer mehr zu lesen von dem, was deutsches, gutes Schrifttum ihm bietet. Denn wenn uns ein schöner Humor und eine freundliche Laune mit gutem Lächeln ins Gesicht geschaut und uns die Last des Tages von den Schultern genommen haben, dann sind wir besser gerüstet und empfänglicher für den Genuß des Schönen und Tiefen, als wenn unsere Stirn vom Alltag her noch in Falten liegt.
Dieser 6. Band »Deutscher Humoristen« bringt zunächst die köstlichsten Stellen aus E. Th. A. Hoffmanns humorvoller Märchenerzählung »Klein Zaches genannt Zinnober«, mit der ergötzlichen Satire auf das Leben am Duodezhofe des Fürsten Barsanuph. Unsere moderne Zeit, in der die Freude an der Romantik wieder erwacht ist, bringt gerade diesem Dichter (1776–1822), in dem eine exzentrische Phantasie, ein Hang zum Dämonisch-Grausigen und ein kühner Humor sich vereinen, ein besonders lebhaftes Interesse entgegen.
Bettina von Arnim (1785–1859), Goethes junge Freundin, Clemens Brentanos Schwester und die Gattin Achim von Arnims, die das schönste Buch der Romantik »Goethes Briefwechsel mit einem Kinde« veröffentlichte, gehört mit ihrem ganzen Wesen zu den Romantikern. In ihrer kleinen Schilderung »Die Reise nach Darmstadt«, in der sie Goethes Mutter, die Frau Rat, reden läßt, zeigt sich auf das glücklichste ihr sprudelndes Erzählertalent, ihre beneidenswerte Gabe, die humorvollen Seiten der Dinge und Begebenheiten aufzufinden und mit sprühendem Temperament zu schildern.
Friedrich Theodor Vischer (1807–1887), der hervorragende Ästhet und Kunstkritiker, besaß eine für einen Mann der Wissenschaft ganz eigenartige Begabung für Humor, die in vielen Aufzeichnungen und Einfällen, in zahlreichen humoristisch-satirischen Liedern, die er als Student unter dem Namen Philipp Ulrich Schartenmeyer herausgab, ganz besonders aber in seinem großen Roman »Auch Einer« zu lebendigem Ausdruck kommt. Diesem Buch ist der in sich abgeschlossene Abschnitt »Die Tücke des Objekts« entnommen, in dem in grimmig-lustiger Laune die zahlreichen kleinen täglichen Widerwärtigkeiten geschildert werden, die uns das Leben oft zur Qual und zur Plage machen können.