Abb. 74. Hebel.
Für unsere Zwecke wird für die Spule eine Bewickelung von 40 m eines 0,3 bis 0,5 mm starken Kupferdrahtes geeignet sein. Da nun ein Voltmeter, um als solches zu dienen, nicht in den Hauptstromkreis eingeschaltet werden darf, sondern im Nebenschluß liegen muß, so müssen wir einen Draht von geringerem Widerstand als dem der Spule auf der Rückseite des Brettes b anbringen. Wir verwenden dazu einen 1 mm starken, 5 m langen Kupferdraht, dessen Enden wir wie auch die der Spule zu Klemmen führen, die auf dem Grundbrette a angebracht sind. Näheres über die Schaltungsweise werden wir später hören.
Ein Amperemeter unterscheidet sich nur dadurch von einem Voltmeter, daß es in den Hauptstromkreis eingeschaltet wird und deshalb die Windungen der Spule in geringerer Zahl und von dickerem Draht sein müssen. Wir werden also etwa 3 bis 5 m eines 1,5 bis 2 mm starken Kupferdrahtes verwenden. Bei einem Mechaniker lassen wir uns die Instrumente durch Vergleich mit guten Präzisionsapparaten eichen.
[Abb. 75] zeigt uns eine andere Konstruktion eines Galvanometers welches dadurch wirkt, daß sich in einer Drahtspule eine feste Eisenplatte und ein bewegliches Eisenplättchen befinden; geht nun ein Strom durch den Draht, so werden beide Eisenteile gleichnamig magnetisch und stoßen einander ab.
Abb. 75. Andere Konstruktion eines Galvanometers.
Abb. 76. Rahmen des Galvanometers.
Wir stellen uns aus dünnem Messingblech einen Rahmen her, dessen Form [Abb. 76] zeigt; die vordere Begrenzungsplatte ist in der Abbildung weggelassen; sie soll ziemlich größer sein als die hintere und auch aus etwas stärkerem Blech hergestellt werden. Auf dem Boden des Rahmens befestigen wir eine 2 bis 3 mm starke Eisenplatte. In dem Winkel, den diese Eisenplatte mit der geraden Seitenwand des Rahmens bildet, soll die Drehungsachse für das bewegliche Plättchen liegen. Da die Lagerreibung möglichst gering sein muß, stellen wir uns ein Spitzenlager her: Ein Eisenstäbchen, 2 mm stark und 3 mm länger als der Rahmen, wird an beiden Enden spitz zugefeilt. Nun wird aus dünnem Weißblech ein rechteckiges Plättchen geschnitten, dessen Größe sich aus der Konstruktion ergibt und außerdem aus [Abb. 75] zu ersehen ist und das, wie der aus Kupferdraht herzustellende Zeiger, an das Eisenstäbchen anzulöten ist (siehe [Abb. 77]). Sowohl an der vorderen als auch an der hinteren Begrenzungsplatte werden zwei kleine Arme (e in [Abb. 78]) so angebracht, daß sie noch in die Öffnung des Rahmens hineinragen. Beide erhalten je an einem ihrer Enden kleine kegelförmige Vertiefungen (mit dem Körner einzuschlagen!), die zur Aufnahme der Spitzen des Eisenstäbchens dienen. Einer dieser Arme darf angelötet sein, während der andere mit zwei Schrauben befestigt wird. Für die Bewickelung gilt bei diesem Instrument das gleiche wie bei dem oben beschriebenen. Bevor wir jedoch den Draht auf den Metallrahmen aufwinden, müssen wir ihn mit in Schellack getränktem Papier umkleben.