Abb. 104. Wirkungsschema des Elektromotors.
Betrachten wir nun die drei schematischen Bilder der [Abb. 104]. In A geht der Strom so durch den Draht, daß die Pole die vermerkten Vorzeichen erhalten. Die Folge davon ist, daß die Ankerpole von denen des Feldmagneten angezogen werden, bis sie die in B angedeutete Stellung erreicht haben. Hier wird nun die Stromrichtung in der Ankerwickelung gewechselt, da der zur unteren Schleiffeder eintretende Strom jetzt durch die andere Kollektorhälfte in die Ankerwindungen eintritt; dadurch werden die einander gegenüberstehenden Pole gleichnamig magnetisch und stoßen einander ab, wodurch die Stellung C erreicht wird u. s. w.
Abb. 105. Vierpoliger Hufeisenanker.
Abb. 106. Verlauf des Stromes beim vierpoligen Anker.
b) Mit vierpoligem Hufeisenanker. Wollen wir die Wirkung dieses Motors verstärken, so können wir statt eines zweipoligen einen vierpoligen Anker verwenden, wie ihn [Abb. 105] zeigt. Dementsprechend ist auch der Kollektor vierteilig zu machen, und es sind die Drahtenden der einzelnen Spulen so mit den vier Kollektorlamellen zu verbinden, wie das [Abb. 106] zeigt. Hier sind die beiden Schleiffedern, das heißt die Stellen, an denen der Strom ein- und austritt, mit den Pfeilen α und β bezeichnet. Wie dann der Strom die Magnetpole umkreist, ist durch kleine Pfeile angedeutet. Wir können uns neben der Ampereschen Schwimmerregel zur Bestimmung der Magnetpole noch eine andere, etwas einfachere Regel merken. Sehen wir auf die Polfläche eines Elektromagneten und lassen den Strom gegen die Richtung der Uhrzeigerbewegung, also links herum kreisen, so wird der Pol ein Nordpol; geht dagegen der Strom in gleicher Drehungsrichtung wie der Uhrzeiger, also rechts herum, so wird der Pol ein Südpol.
Wir können noch weiter gehen und auch den Feldmagnet vierpolig machen. Dann müssen aber die einander gegenüberstehenden Pole des Ankers jeweils gleichnamig magnetisch sein und ebenso die Pole des Feldmagneten. Die Stromumkehr im Anker muß immer dann erfolgen, wenn Anker und Feldmagnetpole einander gegenüberstehen.
Abb. 107. Sechspoliger Elektromotor.