Abb. 113. Ringanker mit Kollektor.
Abb. 114. Fertiger Motor (links Ansicht, rechts Schnitt).
Die übrigen Teile der Maschine sind alle aus [Abb. 114] und [115] zu erkennen. Die linke Hälfte der [Abb. 114] ist als Ansicht von vorne, die rechte als Horizontalschnitt gezeichnet; nur der Kollektor und das Schleiffedergestell sind nicht geteilt, sondern ganz als Ansicht gezeichnet.
Zur Erzeugung eines kräftigen magnetischen Feldes, in welchem sich der Anker drehen soll, dienen zwei starke Elektromagnete. Für geringere Ansprüche genügt auch einer; es ist dann nur der untere in [Abb. 114] auszuführen.
Der untere Magnet wird ähnlich hergestellt, wie der, den wir auf [Seite 113] kennen gelernt haben. In ein ziemlich langes Stück Bandeisen b ([Abb. 114]) wird in die Mitte ein Loch gebohrt, das später das Lager für die Achse aufnehmen soll. In einem Abstand von der Mitte, der sich aus der Figur ergibt, sind zwei starke Stücke Rundeisen c einzunieten, die die Magnetschenkel bilden. Die Nietfortsätze (d) sind durch Befeilen oder auf der Drehbank herzustellen. Wer im Besitze eines Gewindeschneideapparates ist, tut am besten, alle in der Figur als vernietet gezeichneten Teile zu verschrauben. Um den Ring auf einer möglichst großen Fläche zu umfassen, werden die Pole mit sogenannten Polschuhen (e) versehen. Die Form eines Polschuhes ist aus [Abb. 116], sein Größenverhältnis zum Anker an [Abb. 115] (e¹) zu erkennen (e¹ sind zwar die Polschuhe des oberen Magneten; diese aber haben genau dieselbe Form wie die des unteren). Bevor wir die Polschuhe aufnieten, müssen die fertig gewickelten Drahtspulen (f) über die Kerne geschoben werden. (Über Drahtstärken siehe unten.)
Die beiden Schenkel des oberen Magneten sind etwas anders geformt. Damit die Gestelle der Schleiffedern Platz und Spielraum haben, sitzen die Kerne, die hier flach sind, weiter außen. b¹ ist ein Stück Bandeisen von derselben Stärke wie b. Es enthält in der Mitte ebenfalls eine Bohrung zur Aufnahme des Lagers, ferner zwei Löcher für die beiden Nietzapfen (d¹) des flachen Kernes c¹; dieser erhält auf seiner Außenseite einen kurzen Fortsatz (in der Figur etwas zu lang gezeichnet), der nach unten zeigt und dem Anker, wie dies aus der Figur zu ersehen ist, möglichst nahe steht. Die übrigen Löcher in b¹ werden jetzt auch gleich eingebohrt, doch soll erst später ihre Lage und Weite mitgeteilt werden. Diese Teile können wir auch in [Abb. 115] erkennen. Die einzelnen Stücke sind da mit denselben Buchstaben bezeichnet wie in [Abb. 114]. Die linke Hälfte der Abbildung ist als von oben gesehen gezeichnet; die rechte ist so gedacht, als wäre die Maschine in Höhe der Kollektormitte durchschnitten und ebenfalls von oben gesehen. Entsprechend dem flachen Querschnitt der Kerne c¹ sind auch die Drahtspulen f¹ flach, genau über den Kern passend herzustellen. Die Polschuhe e¹ werden wie bei dem unteren Magneten erst dann aufgenietet, wenn die bewickelten Spulen über die Kerne geschoben sind. Da c¹ weiter von der Mitte entfernt ist als c, so muß e¹ so an c¹ angenietet werden, daß die Abstände von e, e und e¹, e¹ gleich sind; denn die Polschuhe sollen nachher beim Montieren der Maschine genau übereinander liegen.
Abb. 115. Motor von oben gesehen (rechts Schnitt).