Es war Rudi bald klar, daß diese Störung nur daher kommen konnte, daß durch die Anwesenheit der vielen Personen die Luft im Zimmer ständig feuchter wurde. Er ließ deshalb bei dem nächsten Vortrage seine Hörer sich in einem anderen Zimmer versammeln und erst kurz vor Beginn in den Vortragsraum eintreten. Ferner hatte er die Maschine, bis er sie zum ersten Male gebrauchte, im angrenzenden Zimmer unter dem Trockenapparate stehen. Erst zum Beginn der ersten Experimente brachte Käthe die Maschine samt dem heißen Blechdach, aber ohne die Lampen, herein.
Abb. 179. Schnitt durch die Vakuumpumpe.
Die Vakuumpumpe.
Um zu zeigen, wie sich der Ausgleich der Elektrizitäten einer Influenzelektrisiermaschine in einem abgeschlossenen Raum bei zunehmender Verringerung des Luftdruckes verändert, bedürfen wir einer Luftpumpe, einer sogenannten Vakuumpumpe, die man sich in einfacher Form ziemlich leicht selbst herstellen kann.
[Abb. 179] zeigt den Schnitt durch eine solche Pumpe, die an jedem Tische befestigt werden kann, und für die wichtigsten Versuche ausreicht. (In der Abbildung ist der Zylinder der Pumpe im Verhältnis zum Teller größer gezeichnet, damit die einzelnen Teile deutlicher sichtbar sind.)
Den Teller a sägen wir aus einem 1 bis 2 cm dicken Brette von Hartholz; er soll einen Durchmesser von 20 bis 25 cm bekommen und muß vollkommen eben und in der Mitte mit einer Bohrung versehen sein. Um einem Verziehen des Holzes vorzubeugen, bestreichen wir ihn mit geschmolzenem Paraffin, das wir ziemlich reichlich auftragen und dann mit einem recht heißen Plätteisen nochmals überfahren, damit es gut in alle Poren des Holzes eindringt.
Solange das Brett noch warm ist, wird auf die Oberseite eine 2 bis 3 mm dicke Schicht unseres bekannten Kolophonium-, Wachs- oder Leinölkittes, der ziemlich hart sein soll ([Seite 66]), aufgetragen. Darauf wird eine runde, ebenfalls mit einem Loch versehene angewärmte Glasplatte (c) (womöglich Spiegelglas) vorsichtig aufgepreßt (über das Durchbohren von Glas siehe [Seite 12 und 13]).
Nach dem Erkalten muß die Glasplatte eben, bei Spiegelglas nur leicht matt abgeschliffen werden. Wir befreien eine unbrauchbare photographische Platte in der Größe von 9 × 12 cm von ihrer Gelatineschicht und kitten mit Kolophonium-Wachskitt ein etwa 5 × 8 cm großes und 2 cm dickes Holzklötzchen auf. Jetzt beschaffen wir uns die drei feinsten Nummern Schmirgelpapier, überschwemmen die ganze Glasplatte mit Wasser, streuen reichlich von dem wenigst feinen Schmirgel darauf und schleifen mit der Glasplatte die Platte des Tellers eben, wobei wir den an der Glasplatte befestigten Holzklotz als Griff benutzen. Beide Glasplatten werden matt, aber zuerst nur an einzelnen, an den erhabenen Punkten. Um sich von Zeit zu Zeit von dem Fortgang der Arbeit zu überzeugen, spült man den Glasteller mit Wasser ab und reibt ihn dann mit einem Tuche trocken. Die geebneten Stellen sind dann, da sie matt sind, leicht von den noch unebenen zu unterscheiden. Ist die ganze Platte gleichmäßig matt, was nach etwa einer halben Stunde tüchtigen Schleifens erreicht sein dürfte, dann schleifen wir während der Hälfte der bis jetzt aufgewendeten Zeit mit dem feineren, ebensolange mit dem feinsten Schmirgelpulver und schließlich ohne solches — nur mit Wasser — nach.
Jetzt besorgen wir uns ein rechtwinkelig gebogenes Gasleitungsrohr d; beide Enden werden mit Gewinden versehen. Das Rohr muß sich gerade durch das Loch von a hindurchschieben lassen. An dem kürzeren Schenkel wird der Ring e angelötet, auf welchem a aufliegt. Dann wird ein das Rohr eng umschließender Gummiring f aufgelegt und mit der Schraubenmutter g gegen c gepreßt. Die Schraubenmutter wird schließlich an d angelötet.