Abb. 181. Der Rezipient als Entladungsröhre.
Um elektrische Ausgleiche in dem Rezipienten vornehmen zu können, führen wir durch einen durchbohrten Gummistöpsel eine Messingstange ein, die die eine Elektrode bildet; als die andere Elektrode dient uns das durch den Teller führende Metallrohr. Der untere eben geschliffene Rand der Glasglocke wird zur besseren Abdichtung mit Talg eingerieben. Die ganze Anordnung geht aus [Abb. 181] hervor: a ist die Glocke, b der Teller, c das Rohr, das zur Pumpe führt, d der Gummistopfen, in dem die Messingstange e steckt. Ein aus Draht gebogener und mit einer Kugel versehener Dreifuß f bildet auf das Rohrende gesetzt die zweite Elektrode.
Wer sich selbst Geißlersche Röhren herstellen will, der muß im Glasblasen einige Übung besitzen. Einfache Röhren sind nicht schwer herzustellen. Wir schmelzen in das eine Ende eines 0,5 bis 1 cm weiten Glasrohres — die Länge richtet sich nach der Leistungsfähigkeit unserer Apparate — einen Platindraht ein; nahe diesem Ende setzen wir ein etwas dünneres Röhrchen nach der Seite an und schmelzen dann auch in das andere Ende einen Platindraht ein. Wie diese Röhre mit dem Rezipienten zu verbinden ist, geht aus [Abb. 182] hervor. In den Schlauch a ist, damit er nicht von dem äußeren Luftdruck zusammengequetscht werde, eine eng gewundene Drahtspirale zu stecken.
Während des Auspumpens der Röhre läßt man den elektrischen Strom hindurchgehen; ist dann die Lichterscheinung so, wie man sie wünscht — man kann sie natürlich nur im verdunkelten Zimmer gut sehen —, so pumpt man noch etwas weiter und schmilzt dann die Röhre ab.
Abb. 182. Verbindung der Geißlerröhre mit dem Rezipienten zum Auspumpen.
Um die Verdünnungen in Röhren noch weiter treiben zu können, müssen wir die Geißlersche Röhre samt dem Schlauch a ([Abb. 182]) und der Glasröhre, die durch den Gummistöpsel geht, mit Quecksilber anfüllen. Nachdem wir uns überzeugt haben, daß nirgendmehr Luftblasen haften, stecken wir den Gummistöpsel auf den Rezipienten und pumpen denselben aus, bis alles Quecksilber aus der Röhre zurückgesunken ist, aber nicht weiter, als bis zu der in [Abb. 182] mit b bezeichneten Stelle, da in dem Schlauch a meistens Luftbläschen haften bleiben. In der Mitte zwischen b und der Ansatzstelle wird das Röhrchen dann abgeschmolzen.
Wie weit wir mit diesen Apparaten die Verdünnung in einer Röhre bringen können, hängt natürlich von ihrer Ausführung und Handhabung ab. Die für gewöhnliche Geißlersche Röhren nötige Verdünnung ist leicht zu erreichen; viel schwieriger ist es schon, Röhren für Kathodenstrahlen herzustellen. In Röntgenröhren schließlich ist die Verdünnung der Luft so stark, daß wir den Versuch, uns solche selbst herzustellen, von vornherein aufgeben müssen. —