Die Larven trifft man ebenfalls auf den verschiedensten Blüthen (ich habe sie auch auf Raps und Rübsen beobachtet), wo sie auf die Bienen lauern, um sie zu besteigen. Sie bohren sich aber nicht in die Gelenke etc. der Bienen ein, wie es die Larven der vorigen Käferart thun, sondern sie halten sich am oberen und unteren Theil des Bruststücks der Bienen an den Haaren fest. In den Stock gelangt, begeben sie sich, wenn sie von den Bienen nicht gehindert werden, in die Zellen, fressen hier wahrscheinlich nach der Lebensweise in den Anthophora-Nestern zu urtheilen, ein Bienenei auf und gehen vielleicht dann in eine mit Bienenbrod gefüllte Zelle, wo sie so lange verbleiben, bis sie das Material verzehrt haben und dann weiter in andere Zellen wandern. Denn eine einzige mit Bienenbrod angefüllte Zelle kann ihnen unmöglich bis zu ihrem völligen Wachsthum ausreichende Nahrung gewähren.

Ich habe die Lebensweise der Larven in den Bienenstöcken nicht verfolgen können und fand überhaupt nur einmal in einer faulbrütigen, fast bienenleeren Klotzbeute beim Herausschneiden der Wachswaben zwei sechs Linien lange Meloëlarven in zweiter Form, die aus den Zellen herausfielen. Ich bin nicht einmal im Stande mit Gewissheit anzugeben, ob es die Larven von Meloë proscarabaeus waren, weil die Larven, trotz aller angewandten Mühe sie zu erziehen, nach einigen Tagen schon starben, glaube es aber desshalb annehmen zu müssen, weil ich Ende Mai an den Bienen meiner Stöcke die Primitivlarve von Meloë proscarabaeus beobachtete und überhaupt in jener Gegend (es war im Gouvernement Moskau bei Podolsk) noch nie einen anderen Meloëkäfer antraf.

Dass diese Meloëlarven im Stocke überhaupt so lange verweilen konnten, dass sie in das zweite Lebensstadium übergegangen sind, ist gewiss nur dem Umstande zuzuschreiben, weil der Bienenstock krank war und die wenig übrig gebliebenen Bienen die Meloëlarven nicht verfolgten. Ob diese Larven wohl, wenn ich den Wabenbau des Stockes nicht ausgeschnitten hätte, in demselben alle Stadien durchgemacht hätten, kann ich definitiv nicht beantworten. Mir scheint es fast, als ob dies nur dann stattfinden könnte, wenn die Primitivlarve gerade auf einer Wabe ihren Wohnsitz genommen hätte, wo alle angrenzenden Zellen mit Bienenbrod versehen wären, wo dann die Larve, wenn sie in einer Zelle das Futter verzehrt hätte, gleich in der angrenzenden ihren Frass weiter fortsetzen könnte. Denn eine grössere Strecke auf den vertikal hängenden Waben vermögen die Larven in der zweiten Form nicht zurückzulegen, sondern fallen auf den Boden herunter, wo sie dann sicherlich umkommen. Bei mir, wo sich die Larven in einem Zuckerglase befanden, in welches ich eine kleine Wabe mit Bienenbrod senkrecht einstellte, versuchten sie mehrmals diese zu erklimmen, fielen aber regelmässig von der fünften Zelle wieder herunter. Zuletzt krochen sie in die erste Zellenreihe, wo sie auch bis zu ihrem Tode verweilten.

Geographische Verbreitung und Artenzahl. Dieser Käfer hat mit dem Vorigen dieselbe Verbreitung, ist aber noch viel häufiger als Jener.

Apistische Bedeutung. Die Larven dieser Meloëart schaden den Bienen nicht so wie die der vorigen Art, weil sie sich nicht zwischen die Gelenke und den Wachsabsonderungsapparat einbohren, sondern, wie oben angegeben, auf dem Brustkasten sich an die Haare der Bienen festklammernd aufhalten. Sie bringen daher den Bienen nicht den Tod herbei, indess fallen sie ihnen doch lästig, weshalb der Bienenzüchter auch diesen Käfer zu vertilgen suchen muss.

Ordnung. Diptera Linné. Zweiflügler.

(Antliata Fabricius.)

Familie. Phoridae Latreille. Phoriden.

Latreille, hist. natur. génér. et partic. des crustac. et ins. Tom XIV. pag. 394.

Charakteristik. Kleine bis mittelgrosssemittelgrosse, sehr flink herumlaufende Fliegen, von buckelartigem Körperbau, ähnlich dem der Käfergattung Mordella.