Kopf gesenkt, halbrund; Stirn langborstig. Letztes Fühlerglied rund oder rundlich, gross mit nackter oder haariger aufgerichteten Rückenborste. Ocellen im Dreieck stehend. Rückenschild stark, gewöhnlich hoch gewölbt, ohne eine Quernath. Schildchen klein. Mittelschienen auf der Aussenseite grösstentheils nackt oder höchstens mit einzelnen Borsten besetzt.

Lebensweise. Die Fliegen findet man selten auf Blüthen und Bäumen, meist auf Blättern niederer Pflanzen, an Planken und Fenstern unserer Wohnungen. Sie haben einen nur kurzen Flug und fliegen überhaupt sehr ungern, laufen aber dafür mit einer ungeheuren Schnelligkeit umher. Von der Lebensweise der Larven gilt hier dasselbe, was schon früher bei der ganzen Familie erwähnt wurde.

Geographische Verbreitung und Artenzahl. In Europa in allen Ländern verbreitet. Die Artenzahl der bis jetzt bekannten beträgt über achtzig, so dass also das Genus Phora bei Weitem die meisten Species der genannten Familien umfasst.[35]

Phora incrassata Meigen.

Tafel I. Fig. 4-6.

Meigen, Syst. Bearb. der zweifl. Ins. Tom. VI. pag. 212. Taf. 65. 5.

Fallen, Diptera, Suec. Phytomyz. pag. 6. (Var. Mordellaria).

Schiner, Fauna Austriae., Diptera, pag. 338.

Charakteristik. Glänzend schwarz, Hinterleib matt grau, der erste Ring weisslich, die Einschnitte der mittleren Ringe manchmal gelblich braun gesäumt. Der Kopf ist schwarz, die Stirn am Scheitel mit einem deutlichen Höcker. Taster, Rüssel und Fühler schwarz oder schwarzbraun, das letzte Fühlerglied klein. Augen sehr feinhaarig. Schwinger schwarzbraun. Flügel glashell mit gelber Wurzel, der Grund des Vorderrandes kurz gewimpert. Erste Längsader im Beginn des Verlaufs der dritten nahe liegend, die Mündung von dieser weit entfernt. Vier Längsadern auf der Flügelfläche, die obersten sehr stark bogenförmig, aus der dritten entspringend, im weiteren Verlauf gerade. Aus der dritten Längsader, nahe am Vorderrande setzt sich eine Flügelfalte deutlich fort, welche man fast als fünfte Längsader betrachten könnte. Beine pechschwarz. Die Vorderschenkel mit Ausnahme des Grundes, die Vorderschienen und Vorderfüsse rostgelb. Die Schienen der Vorderbeine aussen mit zwei bis vier starken Borsten, die der Mittel- und Hinterbeine mit je einer, die der letzteren manchmal mit zwei Borsten und ausserdem noch mit Spornen versehen. Hinterbeinfersen innen gewimpert, an der Spitze mit einer langen Borste besetzt. — Länge 1,5 bis 2,0‴, Breite mit ausgespannten Flügeln 2,8 bis 3,8‴.

Die Larve (Taf. II. Fig. 4) ist dreizehnringelig, walzenförmig, fein murikat, vorn spitz, hinten verbreitert, schräg abgestutzt, von Farbe glänzend weiss, wenig pellucid. Der Kopf ist sehr klein, rundlich, sehr zurückziehbar, so dass man die Larve mit blossem Auge gesehen, für acephal halten würde, schwarz, mit kurzen, feinen, dreigliedrigen Fühlern, deren Endglied kugelich. Die Prothoraxstigmata pyramidalisch vorstehend, etwas nach unten gerückt. An jeder Seite des Prothoraxringes befindet sich eine ansehnliche Borste. Am Afterrande befinden sich sechs kurze Fleischzähne, von welchen das zweite Paar das längste und mit feinen braunen Härchen besetzt ist. Stigmenträger braun. Dicht am After stehen zwei kugelförmige Erhöhungen. — Länge 1,6‴, Breite an der breitesten Stelle (am letzten Leibesringe) 0,6‴. Die Puppe (Taf. II. Fig. 5) ist auf der Rückseite acht-, auf der Unterseite siebenringelig, länglich-oval, an beiden Enden stumpf zugespitzt, mit hervorragendem gekerbtem Rande; oben auf der Rückseite des Leibes abgeflacht, der vordere Theil nach vorn geneigt, unten überall gleichmässig und stark gewölbt. An der Vorder- (Kopf-) und Endspitze mit vier und beiderseits an jedem Ringe mit einem Zähnchen versehen. Die beiden Prothoraxstigmen als zwei kleine etwas seitwärts gekehrte tubulose Hörnchen erscheinend. Färbung schmutzig gelb, etwas durchsichtig, so dass man auf der unteren Seite nach einigen Tagen schon die entwickelten Flügel und Beine der Nymphe durchscheinen sieht. — Länge 1,5‴, Breite an der breitesten Stelle 0,8‴.