Fig. 313. Reife geöffnete Fruchtkörper nach Entleerung der Sporen. A Von Stemonitis fusca. Vergr. 10. B Von Arcyria punicea. Vergr. 12. C Von Cribraria rufa. Vergr. 32.

Fig. 314. A-C Trichia varia. A Sporangien geschlossen und geöffnet. Vergr. 6. B und C Capillitiumfaser und Sporen. Vergr. 240. D Leocarpus fragilis. Gesellige Einzelsporangien auf Moos. Nat. Gr.

Die Sporen ([Fig. 315], Chondrioderma) keimen im Wasser oder auf nassem Substrat. Der aus der Sporenhaut austretende Protoplast erzeugt an seinem vorderen Ende nur eine einzige lange Zilie oder Geißel als Bewegungsorgan und wird so zu einer Schwärmspore ([Fig. 315] e–g); sie besitzt einen Zellkern am vorderen Ende und eine pulsierende Vakuole am hinteren Ende. Schon innerhalb der Sporenhaut kann eine Zellteilung erfolgen, so daß dann zwei Schwärmsporen aus ihr entlassen werden. Die Schwärmsporen können sich bei gewissen Arten noch durch Zweiteilung vermehren. Nach einiger Zeit verlieren sie ihre Zilien und gehen in den Zustand der Myxamöben ([Fig. 315] i, k) über. Die Amöben vermehren sich ebenfalls durch Teilung ([Fig. 316] A, B). Unter ungünstigen Lebensbedingungen umgeben sie sich mit Membran und bilden Ruhezustände, sogenannte Mikrozysten, die unter günstigen Bedingungen wieder Schwärmsporen austreten lassen. Die Myxamöben verschmelzen nach JAHN[310] paarweise miteinander, wobei auch ihre haploiden Kerne kopulieren ([Fig. 316] C).

Die so durch einen Sexualakt entstandenen einkernigen Amöbozygoten vereinigen sich zu größeren mehrkernigen Plasmodien. Diese nehmen auch noch weitere haploide Amöben auf, verdauen sie aber in Vakuolen([Fig. 316] D). Schließlich schreiten sie zur Fruchtkörperbildung. Die Kerne der Plasmodien sind diploid und erfahren wiederholte mitotische Teilungen ([Fig. 316] E). Ihre letzte Teilung vor der Sporenabgrenzung ist eine Reduktionsteilung, wodurch die Zahl der Chromosomen wieder auf die Hälfte verringert wird. Jeder so entstandene haploide Tochterkern wird zum Kern einer Spore. Die nicht zur Sporenbildung verwendeten Kerne gehen zugrunde. Bei Ceratiomyxa können die Sporen außer ihrem normalen Kern auch noch einen degenerierenden enthalten. Aus dem ersteren entstehen hier durch zweimalige Teilung in der reifen Spore vier Kerne, die sich bei der Keimung nochmals teilen, so daß schließlich acht Schwärmsporen aus einer Spore hervorgehen.

Fig. 315. Chondrioderma difforme. a eine trockene Spore, b eine geschwellte Spore, c und d Austritt des Inhaltes aus der Spore, e, f und g Schwärmsporen, h Übergang der Schwärmspore zur Myxamöbe, i jüngere, k ältere Myxamöben. Vergr. 540. Nach STRASBURGER. (Vgl. [Fig. 4], [S. 10].)

Fig. 316. Physarum didermoides. A, B Amöben in Teilung. C Kopulation zweier haploider Amöben, kk die beiden Kerne in Verschmelzung. D Zweikerniges Plasmodium, in der Verdauungsvakuole eine haploide Amöbe. E Sechskerniges Plasmodium in Kernteilung (k1). Mit Verdauungsvakuolen. Nach JAHN.