Die Entwicklungsgeschichte ergibt, daß die Zähne und Wimpern aus einer der an die Innenseite des Deckels anschließenden Zellschichten durch stellenweise Verdickung der gegenüberstehenden Wände angelegt werden ([Fig. 461]), und zwar die Zähne aus den Außenwänden, die Wimpern aus den inneren Wänden dieser Zellschicht. Die Querleisten entsprechen den Ansatzstellen der Querwände. Bei dem Öffnen der Kapsel trennen sich die Zähne und Wimpern in den dünnbleibenden Wandungsstellen.
Bei den Polytrichaceen entstehen die Peristomzähne nach einem besonderen Typus; sie bauen sich hier aus langgestreckten verdickten ganzen Zellen auf.
Fig. 460. Mnium hornum. Medianer Längsschnitt durch ein halbreifes Sporogon. o Deckel, p Peristom, an Ring, c Columella, s Sporensack mit Sporen, i ringförmiger Hohlraum, ap Apophyse, st Spaltöffnung. Vergr. 18. Nach STRASBURGER.
Fig. 461. Mnium hornum. Querschnitt durch den Kapselrand. a Zellen des Ringes, 1–4 aufeinanderfolgende Zellschichten, d′ die in der dritten, d″ die in der vierten Zellschicht entstandene Verdickungsmasse der Zähne, d‴ vorspringende Querleisten, c verschmolzene Wimpern. Vgr. 240. Nach STRASBURGER.
Fig. 462. Mnium hornum. A Kapsel mit einem Stück der Seta, ap Apophyse, p Peristom, d abgesprengter Deckel. B Drei Zähne des äußeren Peristoms von außen gesehen, an Ring. C Inneres Peristom, w die breiteren, h die schmäleren Wimpern, von innen gesehen. A Vergr. ca. 4. B, C Vergr. 60.
Im Bau des Peristoms herrscht große Mannigfaltigkeit. Seine Zähne führen hygroskopische Bewegungen einwärts und auswärts aus und bewirken so ein allmähliches Ausstreuen der Sporen aus der Kapsel.