4. Ordnung. Isoëtaceae[449]. Hierher gehört nur die Gattung Isoëtes, Brachsenkraut, ([Fig. 501]), die als selbständiger Zweig der in früheren Erdperioden viel formenreicheren Klasse anzusehen ist. Die Isoëtes-Arten sind teils untergetauchte, teils auf feuchtem Boden lebende, perennierende Kräuter mit knolliger, gestauchter, selten dichotom gegabelter Achse, die nach unten ein Büschel von dichotom verzweigten Wurzeln, nach oben eine dichte Rosette von langen pfriemförmigen, von vier Luftkanälen durchzogenen Blättern trägt. Die Stammknolle zeichnet sich aus durch sekundäres Dickenwachstum mittels eines Kambiums, das nach außen Rinde, nach innen Tracheiden und aus Prismenzellen bestehendes Parenchym, das das hier fehlende Phloëm vertritt, abscheidet. Die Blätter verbreitern sich am Grunde zu einer breiten Scheide und sind an der Innenseite über ihrer Basis mit einer länglichen grubenartigen Vertiefung, der Fovea, versehen. Die Sporophylle tragen im Grunde der Fovea je ein Sporangium; im übrigen gleichen sie den Laubblättern, die den innersten Teil der Rosette einnehmen. Über der Fovea ist die Ligula, die hier als schleimbildendes Organ dient, als dreieckiges Häutchen mit eingesenkter Basis eingefügt. Im Habitus weicht also Isoëtes von den übrigen Ordnungen bedeutend ab, mit Selaginella ist ihr die Ligula gemeinsam; daher werden auch Isoëtes und Selaginella als Ligulatae bezeichnet, zu denen auch die fossilen Sigillariaceen und Lepidodendraceen gehören.
Fig. 501. Isoëtes lacustris. 1⁄2 nat. Gr.
Fig. 502. A–F Isoëtes setacea. Vergr. 640. A Mikrospore von der Seite. B–D Teilung der Spore, p Prothalliumzelle, w die vier Wandzellen, s spermatogene Zellen. E Die Wandzellen aufgelöst, umgeben die vier Spermienzellen, Flächenansicht. F Desgleichen, Seitenansicht. G Isoëtes Malinverniana, Spermium. Vergr. 780. Nach BELAJEFF.
Fig. 503. Isoëtes echinospora. A Weibliches Prothallium mit Archegonium ar, Eizelle o. B, C Entwicklung des Archegoniums aus einer oberflächlichen Zelle, h Halszellen, hk Halskanalzelle, b Bauchkanalzelle, o Eizelle. Vergr. 250. Nach CAMPBELL.
Fig. 504. Isoëtes echinospora. Embryo vor dem Herauswachsen aus dem Prothallium; Längsschnitt. cot Keimblatt, l Ligula, v Scheide an der Basis des Keimblattes, in dessen Achsel der Stammscheitel sich bildet, w Wurzel, f Fuß. Vergr. 200. Nach CAMPBELL.
Die Makrosporangien, die hier im Unterschied zu Selaginella noch zahlreiche Makrosporen ausbilden, sitzen an den äußeren Blättern der Rosette, die ihnen ähnlichen Mikrosporangien an den auf diesen folgenden Blättern. Beide sind hier von querverlaufenden sterilen Gewebesträngen, Trabeculae genannt, durchsetzt und unvollständig gefächert. Die Sporen werden erst durch Verwesung der Behälter frei.