Damit ist ein sog. Proëmbryo entstanden ([Fig. 554]), dessen fortwachsender Scheitel von dem zunächst aus nur wenig Zellen bestehenden Embryo gebildet wird. Die weiter zurückliegenden Zellen strecken sich stark und schieben als Embryoträger oder Suspensor den Embryo in das Prothallium hinein, das bei den Spermatophyten Endosperm genannt wird und als Nährgewebe für den heranwachsenden Embryo dient. Dieser besitzt schließlich an seinem in das Prothallium vorgeschobenen Ende zwei mächtige Keimblätter oder Kotyledonen, zwischen denen sich die Anlage der Stammknospe, die Plumula, birgt. Der unterhalb der Kotyledonen befindliche Teil des Stammes heißt Hypokotyl; er geht allmählich in die Hauptwurzel oder Radicula über, die stets gegen die Mikropyle gekehrt ist.
Fig. 553. Zamia floridana. Eizelle unmittelbar nach der Verschmelzung des eingedrungenen Spermakernes mit dem Eikern. Das abgeworfene Zilienband in der Spitze des Eies. Ein zweites Spermium versucht ins Ei einzutreten. Nach H. WEBBER. Vergr. 18.
Fig. 554. Zwei junge Proembryonen von Dioon edule in ihrer Lage an der Archegonkammer. s Suspensor. e Embryo. Nach CH. CHAMBERLAIN.
b) Koniferen[463].
Die Koniferen zeigen eine vom geschilderten Entwicklungsgange abweichende Ausbildung ihrer keimenden Mikrosporen. Der Pollenschlauch entwickelt sich an der morphologischen Basis der Mikrospore. Die Prothalliumzellen, deren Zahl bei der sehr alten Gattung Araucaria ([Fig. 555]) größer als bei den übrigen Koniferen und Cycadeen ist, vergehen sehr bald ([Fig. 556] A), und die generativen Zellen sind niemals mehr in Form von Spermien ausgebildet.
Fig. 555. Pollenkorn von Araucaria brasiliensis mit mehrzelligem Prothallium pc, pc′ und sich teilender Antheridium-Mutterzelle sp. k Pollenschlauchkern. 616. Nach L. BURLINGAME.