Fig. 583. Sammelfrucht von Rosa alba. Auf dem fleischigen Blütenboden s′ sitzen die erhaltenen Kelchblätter und die als Nüßchen ausgebildeten Einzelfrüchte fr. e Vertrocknete Staubblätter. Nach DUCHARTRE.
Fig. 584. Aufspringen der Kapselfrüchte. A Kapsel von Viola tricolor, vor dem Aufspringen. B Dieselbe nach dem Aufspringen. C Poricide Kapsel von Antirrhinum majus. Vergr. D Deckelkapsel von Anagallis arvensis, geschlossen. E Dieselbe geöffnet. Nach A. F. W. SCHIMPER.
Nach der Beschaffenheit dieses Perikarps ist folgende Einteilung der Fruchtformen aufgestellt:
1. Eine Frucht mit meist trockenem, bei der Reife sich öffnendem Perikarp heißt Kapsel (capsula) ([Fig. 584]). Geschieht die Öffnung durch Trennung der Karpelle in den Nähten, so ist die Kapsel septicid wie bei Colchicum ([Fig. 812]), tritt ein Längsspalt im einzelnen Fache ein, so heißt sie loculicid, z. B. Ornithogalum ([Fig. 814]), und werden bestimmt umschriebene Löcher dabei gebildet, so haben wir die poricide Kapsel, wie bei Papaver. Spezialfälle der Kapsel sind die Balgfrucht (springt an der Naht des einblätterigen Fruchtknotens auf [z. B. Aconitum, [Fig. 520]]), die Hülse (springt an der Naht und in der Mittelrippe auf), z. B. die Erbse, endlich die Schote der Cruciferen (öffnet sich durch Abspringen der Fruchtblätter von der falschen Scheidewand, an der die Samen hängen bleiben), wie bei Cheiranthus ([Fig. 701] A).
Fig. 585. Schließfrüchte. A Nuß von Fumaria officinalis. Vergr. 6. B Von Fagopyrum esculentum. Vergr. 2. Nach DUCHARTRE.
Fig. 586. Spaltfrucht von Galium Mollugo. Vergr. 6. Nach DUCHARTRE.
2. Alle andersgearteten Früchte, die sich bei der Reife nicht öffnen, kann man als Schließfrüchte der Kapsel gegenüberstellen. Nach der Ausbildung des Perikarps unterscheidet man dann: