Fig. 645. Blütendiagramme von Caesalpiniaceen. A Cercis siliquastrum. B Tamarindus indica. Nach A. W. EICHLER.

Bei Cassia angustifolia sind Kelch und Kronblätter frei und in Fünfzahl vorhanden ([Fig. 646]), die unteren deckenden Kronblätter etwas größer als die oberen. Von zehn Staubblättern sind die drei oberen kurz und unfruchtbar, sieben nach unten bogig gestreckte nehmen von oben nach unten an Länge zu. Ihre Antheren öffnen sich mit endständigen Poren. Der Fruchtknoten ist eine breite und flach zusammengedrückte Hülse. Derartige Blüten stehen in blattachselständigen Trauben beisammen an dem etwa meterhohen, mit lebhaft grünen, paarig gefiederten Blättern besetzten Strauche. Am Grunde des Blattstieles stehen zwei kleine Nebenblättchen. Tamarindus indica ([Fig. 647]), ein schöner Baum des tropischen Afrika, wird in den gesamten Tropen jetzt vielfach angepflanzt. Mit einfach paarig gefiederten Blättchen besetzte Seitenzweige bringen die Blütentrauben endständig. Aus den stark dorsiventralen Einzelblüten geht eine vom Typus abweichende Frucht hervor. Ihre Wandung differenziert sich in ein äußeres brüchiges Exokarp, ein fleischiges musartiges Mesokarp M und ein festes, die einzelnen mehr oder minder zahlreichen Samen umhüllendes, aus Steinzellen bestehendes Endokarp ([Fig. 648]). Kaum merklich dorsiventral sind die kronblattlosen Blüten von Copaifera, in denen auf 4 Kelchblätter sogleich 8–10 freie Staubblätter folgen. Die einsamige Frucht öffnet sich bei der Reife. Ein fleischiger, unregelmäßig begrenzter Arillus umhüllt den Samen einseitig. Einheimische Caesalpiniaceae fehlen; der im Mittelmeer beheimatete Johannisbrotbaum Ceratonia Siliqua, wird im Kalthause, die kauliflore (vgl. [S. 573]) Cercis siliquastrum ([Fig. 645] A) und Gleditschia triacanthos (N.-Am., [Fig. 198]) werden als Zierpflanzen bei uns kultiviert.

Fig. 646. Cassia angustifolia. 2⁄3 nat. Gr. Nach A. MEYER und SCHUMANN. — Offizinell.

Offizinell: Folia Sennae (Pharm. germ., austr., helv.), Fiederblättchen von Cassia angustifolia; Pharm. helv. läßt auch Fol. S. Alexandrinae von C. acutifolia zu. — Cassia obovata und C. acutifolia: Fructus Sennae (Pharm. austr., helv.). — Cassia Fistula (tropisches Amerika): Fructus Cassiae Fistulae (Pharm. austr., helv.). — Copaïfera-Arten (Bäume des tropischen Amerika) enthalten in Balsamgängen des Holzes: Balsamum Copaïvae (Pharm. germ., austr., helv.). — Rad. Ratanhiae (Pharm. germ., austr., helv.) von Krameria triandra, einem Strauch der Kordilleren mit silberweißen, einfachen Blättern, dessen Blüten völlig abweichen; sie haben innen lebhaft gefärbte Kelchblätter, eine kleine Krone und drei Staubblätter mit Porenöffnung am Scheitel. Ihre Früchte sind kugelig und mit Stacheln besetzt ([Fig. 649]). — Lignum Haematoxyli (Pharm. austr.), Kernholz von Haematoxylon campechianum (tropisches Amerika). — Pulpa Tamarindorum (Pharm. germ., austr., helv.), das musartige Mesokarp der Frucht von Tamarindus indica ([Fig. 648]).

Fig. 647. Tamarindus indica. 4⁄5 nat. Gr. Nach A. MEYER und SCHUMANN. — Offizinell.

Fig. 648. Tamarindus indica. Frucht im Längsschnitt. M Das fleischige Mesokarp. Nach BERG und SCHMIDT. — Offizinell.