Fig. 699. Cruciferae. Diagramm (Brassica). Nach F. NOLL.

Fig. 700. Cardamine pratensis. Blüte ohne Perianth. Vergr. 4. Nach H. BAILLON.

Fig. 701. Früchte der Cruciferae. A Cheiranthus Cheiri. B Lepidium sativum. C Capsella Bursa pastoris. D Lunaria biennis. E Crambe maritima. Nach H. BAILLON.

3. Familie Cruciferae[488]. Die Familie der Kreuzblütler ist besonders auf der Nordhemisphäre zu Hause und zählt bei uns und im Mittelmeergebiet zu den arten- und individuenreichsten, der man überall begegnet. Es sind meist ein- oder zweijährige Kräuter oder Stauden mit wechselständigen Blättern, traubigen, meist deck- und vorblattlosen Blütenständen und radiären, stets seitlich stehenden Einzelblüten. K2 + 2, C4, A2 + 4, G(̲2) ([Fig. 699]). Der Kelch beginnt mit einem median stehenden Wirtel, vier Kronblätter alternieren mit dem Kelche. Zwei äußere Staubblätter sind kürzer als die vier (bzw. zwei bis auf den Grund gespaltenen) medianen ([S. 107]) inneren ([Fig. 700]). Die Fruchtblätter bilden einen oberständigen, meist schotenförmigen Fruchtknoten, der durch eine falsche ([S. 471]), zwischen den parietalen Plazenten ausgespannte Scheidewand ([Fig. 701] A, C, D) zweifächerig wird und sich durch Abheben der Fruchtblattmittelstücke klappig öffnet. Die Samen bleiben dabei mit der falschen Scheidewand und den Plazenten am Tragstiele erhalten. Bisweilen, z. B. bei Isatis, finden sich Schließfrüchte. Der gekrümmte Keimling liegt von einer einzigen Zellschicht Endosperm umgeben in der Samenschale ([Fig. 702], [703]).

Fig. 702. Querschnitt durch den Samen des schwarzen Senfs, Brassica nigra. rad Radicula, cot Kotyledonen, proc Leitbündelanlagen. Nach A. MÖLLER.

Fig. 703. Samen, quer durchschnitten; Würzelchen und Keimblätter in verschiedener Lagerung sichtbar. A Cheiranthus Cheiri. Vergr. 8. B Sisymbrium Alliaria. Vergr. 7. Nach H. BAILLON.