Die Zusammenfügung der folgenden Familien mit den Cucurbitaceen ist lediglich auf Grund des morphologischen Merkmals der verwachsenen Antheren möglich. Eine wirkliche Verwandtschaft erscheint, vom morphologischen Standpunkte aus, unwahrscheinlich, nachdem durch die Untersuchungen von KRATZER die sehr verschiedenartig verlaufende Samenentwicklung dargelegt ist. Immerhin soll Plasmaverwandtschaft nach dem serodiagnostischen [Stammbaum] vorhanden sein.

Fig. 784. Blütendiagramm von Campanula medium. Nach A. W. EICHLER.

Fig. 785. Campanula rotundifolia. Blüte. Nat. Gr. a Ganz, b im Längsschnitte. H. SCHENCK.

Fig. 786. Blütendiagramm von Lobelia fulgens. Nach A. W. EICHLER.

Die 2. Familie, die der Campanulaceae, enthält milchsaftführende Kräuter mit radiären Blüten und drei- oder fünfzähligen Fruchtknoten. Die Staubblätter sind der Blütenachse eingefügt und mit ihren Antheren verklebt oder verwachsen. Die Gattung Campanula ([Fig. 784], [785]) ist bei uns vielfach vertreten und bildet mit ihren blauen Glocken einen Schmuck der sommerlichen Vegetation. Phyteuma hat ährenförmige Blütenstände, deren Blüten ihre Kronblätter nur an der Basis öffnen. Erst wenn der in der Knospe entleerte Pollen von den Griffelfeghaaren[503] hinausgefegt ist, öffnen sich die Kronblätter und spreizen die Narbenschenkel auseinander. Jasione hat kopfige, an Kompositen erinnernde Infloreszenzen.

Die 3. Familie der Lobeliaceen unterscheidet sich nur durch dorsiventrale Blüten und zwei Fruchtblätter von den Campanulaceen. Das mediane Kelchblatt steht auf der Vorderseite vor einem tiefen Schlitz der Krone; durch Drehung oder Übernicken der ganzen Blüte wird die normale Stellung hergestellt ([Fig. 786]). Lobelia Dortmanna hat als nordische Wasserpflanze Interesse, da sie völlig den Habitus einer Litorella angenommen hat.

Offizinell ist Herba Lobeliae von L. inflata, Nordamerika ([Fig. 787]).