Fig. 76. Gelbe Drüsenschuppen von den weiblichen Blütenständen des Hopfens im senkrechten Durchschnitt. A Vor Beginn der Sekretbildung. B Die Kutikula durch das Sekret emporgehoben, das Sekret durch Alkohol entfernt. Vergr. 142. Nach DE BARY.

Fig. 77. Sitzende Digestionsdrüse der Blattoberseite von Pinguicula vulgaris. A Im Längsschnitt. B In Aufsicht. ROTHERT frei nach FENNER.

Fig. 78. Schizogener Ölbehälter im Blattquerschnitt von Hypericum perforatum. s Das Drüsenepithel. Nach HABERLANDT.

Nach den Ausscheidungsprodukten, die recht verschiedene ökologische Bedeutung haben können, unterscheidet man unter den epidermalen Drüsen: Schleim-, Öl-, Harz-, Digestions- ([Fig. 77]), Salzdrüsen, Wasserdrüsen (Hydathoden) und Nektarien[55]. Die letztgenannten scheiden zuckerreiche Sekrete aus, die Insekten anlocken; sie finden sich als Drüsenflächen oder Drüsenhaare vor allem innerhalb der Blüten (nuptiale Nektarien), oder außerhalb (extranuptiale Nektarien, vgl. [Fig. 141] n) und haben recht verschiedenen Bau (vgl. auch [S. 99]).

Die im Parenchym oder in anderem Gewebe eingeschlossenen Drüsenzellen oder Drüsenepithelien grenzen stets an rundliche oder unregelmäßig begrenzte Interzellularräume oder an gang- und röhrenförmige, unverzweigte oder verzweigte Interzellularkanäle, die manchmal die ganze Pflanze als kommunizierende Röhren durchziehen können. Diese Interzellularen, die durch Auseinanderweichen der Drüsenzellen, also schizogen, entstehen, sind es, in die die Sekrete ausgeschieden werden; sie bilden die schizogenen Sekretbehälter ([Fig. 78]). Ihr Inhalt besteht aus ätherischen Ölen, Harzen, Gummi, oder Schleim; dementsprechend unterscheidet man zwischen Öl-, Harz- ([Fig. 133] A, h), Gummi- und Schleimgängen oder -kanälen. Solche Harzkanäle finden sich bei vielen Coniferen, Ölgänge z. B. bei den Umbelliferen, Schleim- und Gummigänge bei den Cycadeen und Araliaceen (wie dem Epheu). Runde oder längliche schizogene Höhlungen (Lücken) mit ätherischen Ölen kommen bei Hypericum-Arten vor ([Fig. 78]).

Übrigens gibt es auch schizolysigene Sekretbehälter.

Dritter Abschnitt. Organlehre (Organographie)[56].