Hier steht die Zeit still. Vor den Pforten deines Gartens läßt du sie zurück.

Drinnen ist Ewigkeit. Sie nimmt dich in ihre Weite, und in ihrer Unendlichkeit ruht deine Seele aus von Raum und Zeit und findet heim zu sich selbst, erkennt sich wieder und nimmt sich selbst in Besitz.

Was dir auch das Leben tat. Was es an dir verbrach und zerbrach – hier wird es hell, und neu, und selig genesest du zu deiner eigenen Reine und Stille zurück.

Denn hier ist nicht Leben, hier ist Sein.

Das Sein, aus dem all Leben kommt, zu dem all Leben mündet, an dessen heiliger Schwelle du dich als Einzelwesen aufgelöst fühlst in die Ewigkeitswellen tiefster letzter Erkenntnisse. Weltfern und erdennah bist du und aufgetan wie ein leuchtender Spiegel jeder sanften Stille, die aus dem Meere flutender Schönheit an die Ufer deiner Seele rührt.

Du spielst mit dem dinglosen Sein, und die bangsten Rätsel des Lebens lösen sich von ihrer Schwere und binden sich mit Schatten und Licht, mit Wolken und Duft, mit jedem seligen Scheine, zu dem die große Stille alle Wirklichkeit erlöst, zu jenem Rausch von Sicherheit und Kraft, in der du dich und das andere in tiefster Lust erfaßt und erkennst. –

Das tut dir dein Garten.

Und jeder Garten tut so dem, der ihn liebt.

Jedem nach seinem Sein gibt er seine besondere Fülle.

Je nach der Höhe deiner Art öffnet er dir die Tiefen der Erkenntnis und Schönheit. –