Und alles ihm Verwandte rauscht in dir auf und mengt sich mit der lohenden Leuchte seines flammenden Geistes.

Um solch geheimen Begegnens willen suchen Millionen Füße dieser stillen Wege Spuren, verschwinden alle Fernen, rücken aller Länder Grenzen nahe zusammen, finden sich aller Sprachen wirre Melodien zu dem Orgelton des Geistes hin, der alle Strahlenbrechungen weit auseinander liegender Erkenntniswelten in die Zone seiner Ganzheit sammelte. –

Still und sanft liegt er am Wege dieser seltsame Garten. Umbrandet von der brausenden Pracht des sich weit hinstreckenden Parkes, dem auch aus dieses selben Meisters Hand Plan und Leben kam.

Unzählige Erinnerungen, unendliches Erleben, eine Fülle der Gesichte liegt hier wie eine unzerstörbare Schicht über Wegen und Stegen, über den plaudernden Wellen des silbernen Flußes, der ihn durchströmt. Traumhafte Schönheit breitet sich über seine Höhen und Tiefen, im Schatten seiner wundervollen Bäume, im Duft und Farbenspiel seiner buntleuchtenden Wiesen. Hier bringt der Alltag fort und fort ein wogendes Leben. Neugierige und Müßige, Müde und Wanderfrohe schlingen Tag und Tag den Reigen durch die grüne Unendlichkeit dieses Parkes, in dessen schützender Umarmung das andere kleine Gärtlein in heimlicher Stille und Verborgenheit ruht.

Zu diesem aber wallfahrtet die Gemeinde derer, die sich am kastalischen Quell den Rausch der Seele getrunken und an den tiefen Brunnen der Weisheit ihren Durst gestillt. Und dort und hier kredenzte ihnen dieses Meisters Hand die übervollen Becher der Freude, die ihrem Wesen Licht und Leben gab. Und so fühlen sie sich ihm unzertrennlich verbunden in unversiegbarem Dankesglück.

Und eine treibende Sehnsucht führt diese Liebenden immer wieder zu dieser geheiligten Stätte, da sein Fuß wandelte und sein Geist wie in einem Tempel aller Gottheit die höchsten Schätze des Menschentums mit neuem Wert und neuem Glanze nährte. Ja wie in einem Tempel durchschauert es dich beim Eintritt in diesen raumengen und dennoch so weltweiten Kreis dieses kleinen Gartens, in dem ein König von Geistes Gnaden sich selbst ein heilig Denkmal schuf.

Sieben Stufen führen zu ihm hinan.

Auf der Schwelle grüßt dich das mystische Zeichen des Fünfwinkels und dein zögernder Fuß fühlt die Weihe der Stätte, die du betrittst.

Wie Säulen stehen die hohen Linden. Sie werfen ihr Schattenspiel auf langgestreckte Wege zwischen grünen, ruhenden Matten, Wege wie sie der Schaffende liebt und der Träumende braucht, um ungestört dem gleitenden Fluße seiner Gedanken, dem wirbelnden Spiele seiner bilderbeladenen Seele zu folgen.

Und an allen Ecken der Windrose findest du hier Denkmale aufgerichtet, Altäre heiliger Erinnerungen, geheimnisvolle Beziehungen zu der Fülle des Glückes und den Weihen der Liebe, die das Leben der großen Schaffenden wie ein ewig brandendes Meer umwellen.