Milliarden sind der Zeiten Schritte, die das Urbild der kleinsten dieser Wesen durch der Ewigkeiten Räume trugen, bis es in dir sich zur Vollendung lösen konnte.
Tausendfach sind die Ahnungen aus dieser Zeiten dunklen Hintergründen, die, seltsamen Erinnerungen gleich, sich in deiner Seele Träume grüßen, und alle Liebe zu Tier und Baum und Blume dringt durch dies Erinnern weich und warm wie der Odem der Heimat zu dir her.
Hier in diesem seltsamen Garten fühlst du es angstvoll und jubelnd zugleich, wie feurig und doch linde die Einheit des Seins das All umspannt, daß die Melodien aller Kreatur aus eines Brunnens Tiefe steigen und die überschwängliche Fülle alles Geborenen mit dem Symbol des in sich zurückkehrenden Kreises tief verkettet ist. –
In tiefster Ergriffenheit wandelst du in der bunt und laut bewegten Welt dieses seltsam fremden Gartens, an dessen Ufer alle Fernen der Erde sich grüßen und erkennen.
Des Schauens ist kein Ende zu finden.
Wesen aus tausend Welten blicken dich an aus Millionen Augen, die hier wie kleine Sonnen leuchten.
Jedes hat einen andern Reflex in seinem beweglichen Rund. Von stiller vegetativer Hingegebenheit bis zu feurigster Leidenschaft ist die ganze Skala seelischer Entwicklungen in der sicheren Sprache des Blickes ausgewirkt. Menschlich mutet dich oft die Geste und das Schauen dieser Wesen an; als könntest du leise Zwiesprache mit ihnen halten, als haben sie dir aus tiefen Vergangenheiten geheime Botschaft zu sagen.
Eine Flut von Formen und Farben und Tönen umbrandet dich.
Und alles Gewoge von Menschen, Tier und Pflanzen, das dich umkreist, wächst in deinem Bewußtsein zu der gewaltigen Melodie des Lebens zusammen, die der Weltgeist in geheimnisvoller Fugenweise auf der Harfe seines Willens spielt. –
Da plötzlich tönen von der Rampe her die rauschenden Akkorde einer brausenden Symphonie, die alles Tönen umher, das wilde Brüllen der Löwen und Tiger, das Schreien der Affen, die krächzend heiseren Rufe der bunten Vögel, den seltsam schmerzlichen Laut des Lamas und all die tausend andern großen und kleinen Stimmen der bunt umherverstreuten Kreatur in die Rhythmen ihrer weiten Harmonien aufnimmt, sie auflöst aus ihrer Gebundenheit und von ihrer Schönheit umhüllt, sie in einer jubelnden Fanfare stolzen Triumphes zu den Grenzen des Alls hinträgt, zu denen der Menschengeist aus Drang und Enge sieghaft seine Wege fand. –