Drei Männer kommen langsam schweigend über die Brücke, der eine murrt unheimlich, es ist der Pendelfrederech, sein linkes, ausgelaufenes Auge bedeckt eine schwarze Klappe. Der zweite ist lange Anna, der trägt eine Handharmonika in einem verschossenen Band um die Schulter. Der dritte ist der gläserne Amadeus, der nimmt vorsichtig Platz auf der Stufe, die von der Brücke zum Weg führt. Die beiden anderen setzen sich auf das Geländer der Brücke. August bückt sich tiefer unter den Strauch.

Frau AMANDA: Du kannst nich kallen! Ich hab auch keine Lust mehr, den ganz Stall zu füttern.

Gr. W.: Gered’ hab ich, ihr Weiber denkt wol, ihr habt allein en Schnabel, was? (Frau Amanda heult.) Laß das Heulen. (Sie gluckst.) Freuen tu ich mir doch auf Carl in Ornaments (schlau kindlich). Noch ein paar Jährkes, Amanda, meine liebe Tochter, dann kömmt der Lohn. Glaub Dein alten Vatter. (Er kräht noch einmal und schläfert.)

Frau AMANDA: Die Pius hat an alles Schuld, hat se de Finger an mein Mann gehabt, soll se mein Jung zufrieden lassen.

Gr. W.: (Aus dem Schlaf triumphierend) Er wird se auch nich einladen zu sich in sein Filla neben Kaiser Wilhelm Schloßkirche.

Frau AMANDA: Du träumst wohl? (Sie schüttelt ihn ärgerlich, man hört das Bett krachen.)

Gr. W.: Alles präzise Wahrheit, Amanda, diesmal hat de alte Pius gut spekuliert. (Kurze Pause.)

Frau AMANDA: Seitdem Du nich mehr zum Heiland beten tust, is alles so gekommen. (Sie heult wieder.)

Gr. W.: Ich bet jeden Abend, meine liebe Tochter, ich lüg lieber, als daß ich mir nich bedanken tu für seine große Gnade. (Leise singt die Türe.)

Frau AMANDA: Kömm man herrein! — Liesken will Dich gute Nacht sagen, Vatter, und denn kannst De schlafen meinetwegen. (Man hört die Tür roh ins Schloß werfen.)