Die drei HELFERSHELFER: Johannes Sohn is ein Mörder, soll sich noch mal sehen lassen. (Lange Anna kreischt wiederholend) Ein Mörder, ein Mörder!
Gr. W.: (krähend) Amanda, ruf den Carl bei mich. (Er geht vom Fenster, man hört sein Bett knacksen; kräht schlaftrunken) Meine Piepe will ich hab’n, (in Lieschens Ton) mit dem Hirschkopf drauf!
(Die Männer verziehen sich drohend, Lange Anna mit ihnen.)
Gr. W.: (Leise) — Tum tingelingeling ....
(Der Vollmond steht grell am Himmel, leise öffnet sich eines der Dachfenster im Arbeiterhause, in dem Puderbachs wohnen. Das kleine Lieschen steigt leise mit geschlossenen Augen im Nachthemdchen aufs Dach, macht einige Schritte zur Wupper hin, wo Frederech liegt und steigt wieder zurück durchs Fenster. Pendelfrederech hebt sich bei dem Vorgang langsam auf Vieren und stiert gläsern nach dem Dach. Sozialdemokraten singen unterdessen, hoch am Wald vorüberziehend, vierstimmig ein sozialdemokratisches Lied, man hört die letzten Worte: Denn unsre Fahn’ ist rot.)
ZWEITER AKT
Ein blühender, gepflegter Garten mit Beeten und Rosensträuchern und im Hintergrund ein Springbrunnen auf einer kleinen, künstlich hergestellten Anhöhe; im Hintergrund ein Pavillon mit bunten Fenstern, den man kaum sehen kann. Rechts ein weinumrankter Treppeneingang, der in die alte Villa Sonntag führt. Links im Vordergrund ein Zelt mit Tisch, Bank und Stühlen. Zwischen Gartenzaun und Nachbarmauer zieht sich eine in die Stadt führende, schmale Gasse. An der Nachbarmauer ist ein Blechschild angebracht mit üblicher Warnung, aber es ist schon alt und ruiniert und seine Aufschrift unleserlich.
Frau Sonntag, Heinrich, Eduard, Martha, Carl Pius, Mutter Pius, Auguste und Berta, die drei Herumtreiber: Pendelfrederech, Lange Anna, der gläserne Amadeus.
Mutter PIUS: Lassen Se mir ihm zwischen de eurigen sehn, das freut so’n altes Großmutterherz.
BERTA: (gnädig und geziert) Unsere Frau ist auch so freundlich zu ihm und erst (respektvoll) der Herr Eduard.