[2] Ein Bruder des von mir erwähnten Damara-Emigranten.

II.
Von Jacobsdal nach Schoschong.

Jacobsdal. — Zeerust. — Ankunft in Linokana. — Schieferlager. — Ernteerträgnisse. — Die Krokodile im Limpopo und seinen Nebenflüssen. — Erzlagerstätten im Bushveldt. — Damara-Emigranten. — Die Löwenfurth über den Marico. — Welsfang im Marico. — In Lebensgefahr. — Das Buffadderthal. — Ankunft in Schoschong.

Welsfang im Marico.

Von der Farm Weltufrede schon konnten wir das Städtchen Jacobsdal erblicken, einige wenige Gebäude an den Ufern eines Baches und ein nettes Kirchlein war alles, was damals dies werdende Städtchen des westlichen Transvaal-Gebietes aufzuweisen hatte. Von Jacobsdal änderten wir unsere Richtung in eine nördliche und nordöstliche, um nach Zeerust, dem wichtigsten Flecken des Marico-Districtes zu gelangen. Auf der Fahrt dahin passirten wir eine der ergiebigsten Farmen dieses Bezirks, jene des D. Bootha, an welcher der Malmani einen niederen, felsigen Höhenzug durchbricht, um sich dem Marico zuzuwenden.

Wir trafen am nächsten Tage in Zeerust ein, nachdem ich zuvor die das Städtchen beherrschenden Höhen besucht. Zeerust hat eine größere Ausdehnung als Jacobsdal und ein längerer Aufenthalt in der Umgebung des Städtchens wird dem Entomologen, Botaniker und Geologen reichlich seine Mühe lohnen.[3] Noch bevor wir am folgenden Tage das freundliche Linokana betraten, begegneten wir Rev. Jensen, der eben im Begriffe war, die Post aus dem Innern nach der Stadt zu bringen. Unser Zusammentreffen war ein herzliches und dankbaren Herzens nahm ich die Einladung an, während der nächsten 14 Tage sein Gast zu sein. Mir war diese Erholungszeit doppelt willkommen, denn sie bot mir nicht nur Gelegenheit, die Umgegend naturhistorisch zu erforschen, sondern war auch meinen Gefährten nöthig.

Die schönen großen eisenhaltigen Schieferlager, die wir in der Umgebung von Zeerust und Linokana vorfanden, würden in einer europäischen Stadt sehr gute Verwendung finden, doch werden sie auch von den Bewohnern des Marico-Districts bei ihren Bauten, namentlich ihren Einfriedigungen und Pflasterungen in Anwendung gebracht. Die Höhen von Zeerust waren mit dem Waggonbaum bewachsen, dessen Rinde zum Gerben verwendet wird.

Im Jahre 1875 wurden von den Baharutse in Linokana 800 Säcke Weizen (à 200 Pfund) gewonnen, und werden von Jahr zu Jahr immer größere Flächen Landes cultivirt. Die Baharutse bauen Mais, Sorghum, Melonen, Tabak etc. an, und bringen den Ueberschuß über ihren Bedarf nach dem Transvaal-Gebiete und den Diamantenfeldern zu Markte. Doch sind ihre Gehöfte minder fleißig und gut gearbeitet als jene der Barolongen. Die Baharutse haben ihr Ländchen an die Boer-Regierung abgetreten und sich nur das Gebiet einiger Farmen behalten.

Am 9. unternahm ich einen Ausflug zu den Quellen des Matebeflüßchens und auf die erzreichen Höhen der Umgebung. Die nächsten Tage waren theils der Bearbeitung meiner Routen-Aufnahmen, theils dem Besuche der Gärten und Pflanzungen und der Missionskirche gewidmet. Der Gottesdienst in der letzteren wurde mit dem Absingen einer Hymne eröffnet. Dann wurde das Evangelium vorgelesen, worauf abermals Gesang folgte, woran sich die Predigt des Missionärs anschloß. Der Eindruck des Gottesdienstes auf die auf ihren kleinen Holzstühlchen kauernden Neophiten war ein sichtlich guter. In seiner Einfachheit war dieser Gottesdienst erhebender als viele der mit Pomp celebrirten Feierlichkeiten in den Cathedralen der Großstädte.