Alles, was geschieht, geschieht mit Recht; einer genauen Beobachtung kann das nicht entgehen. Auch sage ich nicht bloß: es ist in der Ordnung, sondern: es ist recht, d.h. als käme es von einem, der alles nach Recht und Würdigkeit austeilt. Setze deine Beobachtungen nur fort, und du selbst — ­was du auch tust, mache gut! gut im eigentlichsten Sinne des Worts! Denke daran bei jeder deiner Handlungen!

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Wie derjenige denkt, der dich verletzt, oder wie er will, daß du denken sollst, so denke gerade nicht. Sondern sieh die Sache an, wie sie in Wahrheit ist.

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Zu zweierlei müssen wir stets bereit sein: einmal, zu handeln einzig den Forderungen gemäß, welche das in uns herrschende Gesetz an uns stellt — ­und das heißt immer auch zugleich zum Nutzen der Menschen handeln. Sodann: auf unserer Meinung nicht zu beharren, wenn einer da ist, der sie berichtigen und uns so von ihr abbringen kann. Doch muß jede Sinnesänderung davon ausgehen, daß die neue Ansicht die richtige und gute sei, nicht davon, daß sie Annehmlichkeiten und äußere Vorteile verschaffe.

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Wenn du Vernunft hast, warum gebrauchst du sie nicht? Tut sie das ihrige, was kannst du mehr verlangen?

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Was du bist, ist doch nicht das Ganze. So wirst du denn auch einst aufgehen in dem, der dich erzeugte; oder vielmehr, nach geschehener Wandlung wirst du wieder aufgenommen werden in seine Erzeugernatur.

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