32

Vom Tod: Der Tod ist Zerstreuung oder Auflösung in Atome oder
Vernichtung, ein Auslöschen oder ein Versetzen.

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Vom Schmerz: Ist er unerträglich, führt er auch den Tod herbei; ist er anhaltend, so läßt er sich auch ertragen. Wenn nur die Seele dabei an sich hält, bewahrt sie auch ihre Ruhe und leidet keinen Schaden. Die vom Schmerz getroffenen Glieder mögen dann, wenn sie können, sich selbst darüber aussprechen.

34

Vom Ruhm: Betrachte die Gesinnungen der Ruhmsüchtigen, von welcher Art sie sind und was sie einerseits meiden und andererseits suchen! Bedenke ferner: Wie bei den übereinandergewirbelten Sandhügeln, die früher hergewehten von den später aufgehäuften bedeckt werden, so wird auch im Leben das Frühere vom Späteren bedeckt.

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Plato fragt: “Wem hoher Sinn und Einsicht in die Zeiten und in das Wesen der Dinge verliehen ward — ­glaubst du, daß der das menschliche Leben für etwas Großes halten kann?” und er antwortet: “Unmöglich kann ich´s.” Nun, und ebenso unmöglich ist´s, daß ich den Tod für etwas Furchtbares halte.

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Ein Ausspruch des Antisthenes: “Königlich ist´s, wohlzutun und
Schmähungen ruhig über sich ergehen zu lassen.”