15

Die sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände sind außer uns. Einsam stehen sie sozusagen vor unserer Tür. Sie wissen nichts von sich selbst, urteilen auch nicht über sich. Wer urteilt also über sie? Der herrschende Teil unserer Seele.

16

Gut und Böse, Tugend und Laster ruhen bei vernunftbegabten Wesen nicht auf einem Zustande, sondern auf einer Tätigkeit.

17

Für den emporgeworfenen Stein ist es ebensowenig ein Glück, in die Höhe zu fliegen, als ein Unglück herabzufallen.

18

Dringe in das Innere der Seele bei den Herrschenden und du wirst sehen, vor was für Richtern du dich fürchtest und was für Richter sie über sich selbst sind.

19

Alles wechselt stets. Auch du selbst bist im steten Wechsel begriffen, um nicht zu sagen in Verwesung. Ebenso die ganze Welt.