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Wer im Winter eine Feige sucht, ist wahnwitzig. Ebenso wer sich nach einem Kind sehnt, wenn ihm ein solches nicht mehr vergönnt ist.
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Nach Epiktet soll jeder, der sein Kind küßt, bei sich denken: morgen vielleicht ist es tot. Das klingt wie eine Lästerung. Aber, sagt er, kann das eine Lästerung genannt werden, womit ich etwas rein Natürliches bezeichne? wenn ich z.B. sage: die Ähren werden abgemäht?
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Jetzt unreife Traube, dann reif, dann getrocknet — lauter Wandlungen, doch nicht etwa in ein Nichts, sondern in ein Etwas, das jetzt noch nicht ist.
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Einen Räuber des Willens gibt es nicht, sagt Epiktet.
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Du mußt, sagt derselbe, mit dem Beifall kunstgerecht umgehen lernen und bei deinen Zielen die Vorsicht beobachten, daß sie an Bedingungen geknüpft sind, sich aufs Gemeinwohl richten und durch den Wert der Dinge bestimmen lassen. Aber der Begierden mußt du dich enthalten und meiden, was nicht in deiner Gewalt steht.