[380] Komparativ zu dof; s. angenehm.
[381] Ein danach zu erwartender Infin. strupfen = strafen ist im W.-B. nicht angeführt. Dagegen findet sich noch das (wohl als Stamm zu betrachtende) Hauptw. Strupf = Strafe (u. dazu: Strupf bereimen = Strafe bezahlen). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [213]: Strups = Strafe [aber schripfen od. stricheln = strafen]). Die Etymologie erscheint nicht sicher. Die z. B. bei v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 514 und Schmeller, Bayer. W.-B. III, Sp. 818 (unter „strupfen“) angeführten Bedeutgn. wollen nicht recht passen; vielleicht liegt daher nur bloße Verunstaltung von „Strafe“, „strafen“ vor. Mit Bezug auf den (aus der Wendg. Strupf bereimen [für Strupf] zu entnehmenden) engeren Begriff „Geldstrafe“ könnte man allenfalls auch an das wienerische Strupf’n = Gulden (s. Schranka, Wien. Dial.-Lex., S. 167) denken.
[382] S. anbeten.
[383] S. anschauen.
[384] S. Amme.
[385] Kasperei = Betrug (bes. auch Wahrsagen) u. Kasperer = Betrüger (Wahrsager, Zauberer [Spr.]), fem. Kaspere = Wahrsagerin sind Ableitungen von dem Zeitw. kaspere = betrügen, auch zaubern (Spr.). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 90 (Kasperer = „Betrüger mit falschen Arzneien“); Schöll 270, 271 (kaspern = betrügen, Fenkel Caspar = „Betrug mit Hexerei“, Höllich Caspar = „Betrug mit Beschwörung unschädlicher Geister u. Erhebung verborgener Schätze“); Pfulld. J.-W.-B. 338 (kaspern = betrügen, lügen); Schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [209]: kaspern = betrügen). Über weitere Belege im Rotw. s. Schütze, S. 72, 73. Zur Etymologie (vom hebr. kâzab = „belügen“) s. Groß’ Archiv Bd. 42, S. 21, 22 (unter „Kasper-Fehlinger“); vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 250 (unter „kaspern“) betr. Angaben über die mundartl. Verbreitg. des Wortes.
[386] S. belügen.
[387] Fehlinger findet sich schon in den verw. Quellen des 18. Jahrh., jedoch in dem engeren Sinne von „Betrüger mit falschen Arzneien“ (so: Dolm. der Gaunerspr. 90; Synon.: Kasperer [s. oben [Anm. 385]]; vgl. [89] Feling = Arznei) u. dergl. (s. W.-B. des Konst. Hans 255 [= „falsche Ärzte, Ölträger“]). Eine nähere Einteilung der Fehlinger (in Staats- u. gemeine Fehlinger) gibt dann Schöll 1793 (269/70; vgl. 272: Feling = Arzneien); s. auch noch Schwäb. Falschmünzerprozeß 1791/92 (262) und Uracher Jauner- u. Betrügerliste 1792 (268) sowie weitere Belege in Groß’ Archiv Bd. 42, S. 21 (unter „Fe(h)ling“). In neuerer Zeit ist dagegen der Ausdruck m. Wiss. sonst nirgends mehr gebräuchlich. Zur (nicht sicheren) Etymologie s. das Näh. in Groß’ Archiv Bd. 42, S. 20, 21. Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1042 hat die Vokabel nicht erklärt.
[388] Sauft (wohl auch im Sing. Säuftleng, argum.: plur. Säuftling [vgl. „Vorbemerkg.“, [S. 13], [Anm. 30]]) = Bett (Federbett), Lager, auch Kissen erscheint noch in der Redensart in Sauft bosten = niederkommen sowie in folgenden Zus.: a) im Anfang: Sauftschottel = Bettschüssel u. Sauftschure = Bettüberzug (Bettuch, Bettzüge); b) am Ende: Rauschertsauft = Streu- od. Strohlager u. Galmesauft (eigtl. „Kinderbett“) = Wiege. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld J.-W.-B. 338, 341 (Sanft = Bett, Kissen); Schwäb. Händlerspr. 479 (Sonft od. Saunft = Bett; Nebenformen: Senftling u. Sänftel [in Eningen (206, Anm. 2): Seifle]); s. auch Pleißlen der Killertaler 436 (Sempfle oder Siampfle). Zur Etymologie: Es handelt sich wohl jedenfalls nur um eine (mundartl.) Verunstaltung von Sanft (bzw. Sänftling), einer alten rotw. Vokabel, die — in der Form Senfterich — schon im 15. u. 16. Jahrh. auftritt (s. Basl. Betrügnisse um 1450 [15]; Lib. Vagat. 55 [Senfftrich]), dann später als Senftling (so schon A. Hempel 1687 [167]), Sänftling, Senffte (s. schon Hildburgh. W.-B. 1753 ff. [231]), Sänft (s. A.-L. 594) u. a. m. begegnet und ohne Zweifel zu unserem Adj. „sanft“ gehört (s. Weber-Günther, S. 181 vbd. im Pott II, S. 11, A.-L. a. a. O., Stumme, S. 25). Der Übergang von Sanft (Sonft) zu Saunft (s. Schwäb. Händlerspr.) und von da zu Sauft ist leicht gegeben.
[389] S. abbetteln u. Attest.