[730] (betr. Schottel) Aschenbecher.

[731] Mit Kafler = Fleischer (Metzger, Schlächter) finden sich folgende Zusammensetzgn.: a) am Anfang: Kaflerkitt = Metzgerhaus (u. dazu die weitere Verbdg. grandich Kaflerskitt = Schlachthaus); b) am Ende: Kibekafler = Hundemetzger, Stupfelkafler = Igelmetzger, Horboge- od. Bogakafler = Kuh- (ersteres auch Rindvieh-) Metzger, Trabert-, Hornikel-, Groenikelkafler = Pferde-, Ochsen-, Schweinemetzger. Ableitungen von Kafler sind das Zeitw. kaflere = schlachten (s. dazu die Zus. niederkaflere = niedermetzeln) u. das Subst. Kaflerei = Metzgerei (s. dazu die Zus. Kaflereischnall = „Metzelsuppe“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 98 (Kafler = Schinder); Pfullend. J.-W.-B. 338, 340, 341, 344 (Kaffler = Abdecker, Metzger, Kafler = Henker, Schinder, Kaflerei = Schinderei, kaflen = schlachten); Schwäb. Händlerspr. 480, 484, 485 (Kâfler = Metzger, Schinder [in U. (213) = Gendarm], kâfelen = schlachten, Kâfel = Fleisch von verrecktem Vieh). Etymologie: Der Ausdruck, der im Rotwelsch (wie auch schon aus den angeführten Belegen des verw. Quellenkreises ersichtlich ist) ursprünglich die engere Bedeutung von „Abdecker“ oder „Schinder“ (dann auch wohl von „Henker“) gehabt hat, ist offenbar nur eine Weiterbildung des gleichbed. älteren Caviller od. Kafiller u. ä., über dessen Ursprung die Ansichten zwar noch nicht ganz einig sind, auf das aber jedenfalls — selbst wenn man es zunächst vom Hebräischen (syr. kephál = „abdecken, ziehen“) herleiten will — doch auch das md., früher auch hochd. fillen (mhd. villen) = „das Fell abziehen“ Einfluß geübt haben wird. So jetzt auch Seiler, Lehnwort IV, S. 490; vgl. Näheres noch in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 36 ff. (unter „Caviller“; s. hier insbs. auch S. 38, lit. e u. f betr. die notw. Belege für Kaf[f]ler u. Caffler). Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 146 (unter „Kafler“) gibt keine bestimmte Erklärung.

[732] Nolle ist eine beliebte Bezeichnung für ein „Gefäß“ verschiedener Art, insbs. Topf (Hafen, Tiegel), auch Kessel u. Napf (in Zus.), ferner Kanne, Krug (Humpen, Pokal, Schoppen), namentl. auch in Zusammensetzgn. Als solche sind zu nennen: a) mit N. am Anfang: Nollepfanzer = Hafner (Töpfer), Kesselflicker; b) mit N. am Ende (außer Bossertnolle noch): Süslengnolle = Kaffeekanne, Duftnolle (d. h. eigtl. „Kirchenpokal“) = Kelch, Gleisnolle = Milchtopf (-napf), auch Melkfaß (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.), Fu(h)lnolle od. Schmelznolle = Nachthafen, Flösselnolle = Nachttopf (Urintopf), Spronkertnolle = Salznapf, Schwächnolle = Trinkgeschirr, Fläderlingsnolle = Vogelnapf, Flu(h)tenolle = Wasserkrug, Johlenolle = Weinkrug. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93, 100 (Nolle = Hafen, Topf); W.-B. des Konst. Hans 255 (Nolle = Kochhafen); Pfulld. J.-W.-B. 341 (Servnolle = Kessel [Brennkessel]); Schwäb. Händlerspr. 486, 487 (Nolle = Schüssel, Topf, in Lütz. [214]: Fülnolle = Nachttopf). Zur (nicht sicheren) Etymologie s. etwa A.-L. 579 vbd. mit v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 409 (Noll [G’noll, Knoll] = „rundlicher, harter Körper“), Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 2055 (unter „Nolle“ Nr. 2) u. Grimm, D. W.-B. VII, Sp. 879 vbd. m. VI, Sp. 1144; vgl. auch Keiper in d. Z. f. hochd. Mundarten, Bd. II (1901), S. 53 ff.

[733] S. abschaffen.

[734] S. anbrennen.

[735] S. abgehen.

[736] S. davongehen.

[737] Das Zeitw. naschen (= fliehen, auch wohl gehen, kommen) findet sich in dem verw. Quellenkr. m. Wissens nur im Pfulld. J.-W.-B. (342) für „laufen“ (vgl. auch 341: naschirlen = kommen) sowie (337, 339, 340, 343, 345) in einer ganzen Reihe von Zusammensetzgn. (nämlich: ausnaschen = ausgehen, durchnaschen = durchlaufen, innerkinnignaschen = einsteigen, vernaschen = entfliehen, hinternaschen = hintergehen, schibisnaschen = scheiden, beduchtnaschen = schleichen, hordignaschen od. guantnaschen = springen). Für sich allein kommt es hier u. da noch im sonst. Rotw. (des 19. Jahrh.) vor (s. z. B. Pfister bei Christensen 1814 [= gehen]; v. Grolman 50 u. T.-G. 96 [ebenso]; Karmayer 116 [desgl., doch hier auch andere Bedeutgn.]). Zur Etymologie (aus der Zigeunerspr. (vgl. „Einleitung“, [S. 30]]) s. A.-L. IV, S. 245 u. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1959 vbd. mit Pott II, S. 324 (unter „Naszavav“), Liebich, S. 149, 197, 218 (naschāwa = ich laufe [fließe], fliehe), Miklosich, Beitr. III, S. 16 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 21 (unter „naš“: bei den deutsch. Zigeun.: našav̄a = laufen, fließen), Jühling, S. 224 (nascha = fliehen) u. Finck, S. 75 (Stamm: naš-, nāšs-, našew- u. ä. = „laufen, gehen, fließen, schwärmen, jagen“).

[738] Zu dem Zeitw. tschanen = fliehen (auch wohl gehen, kommen) ist zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 340 (tschanen = herumziehen) u. Schwäb. Händlerspr. (in Lütz. (214]: tschāne[n] = gehen). Seiner Etymologie nach stammt der Ausdr. gleichfalls (wie d. Syn. naschen) aus der Zigeunerspr. (vgl. „Einleitung“, [S. 31]). S. Näh. bei Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 431 vbd. mit Pott II, S. 212/13 (unter „Dscha“), Liebich, S. 133 u. 201 (dschāwa = ich gehe), Miklosich, Denkschriften, Bd. 26, S. 206/7 (unter „dža“: bei den deutsch. Zigeun.: džava = ich gehe), Jühling, S. 227 (tschah = geh!) a. Finck, S. 56 (Stamm: dša- = gehen; vgl. dšắben = „Gang, Tritt“).

[739] S. angenehm.