[790] S. (betr. schmusen) ansagen.

[791] S. Entenfuß.

[792] S. Ferse.

[793] Streifleng (-ling, plur. -linge), eigtl. = Strumpf findet sich auch noch in folgenden Zusammensetzgn.: a) am Anfang: Streiflingschure = Strumpfband u. Streiflingpflanzer = Strumpfwirker; b) am Ende (außer in d. obigen Vok. noch in) Kafferstreifling = Socken (eigtl. „Männerstrümpfe“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 254 (Streifling = Paar Strümpfe); Pfulld. J.-W.-B. 345 (Form: ebenso, Bedtg.: Strumpf); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 76 (Streifling = Strümpfe); Schwäb. Händlerspr. 484 (wie im Pfulld. J.-W.-B.); s. auch noch Metzer Jenisch 217 (Strefche = Strumpf). Im sonst. Rotwelsch usw. tritt die Vokabel zunächst in der Bedeutg. „Hose“ (s. schon Lib. Vagat. [55]), erst seit d. 17. Jahrb. auch für „Strumpf“ auf (s. Schwenter’s Steganologia um 1620 [138] u. dann öfter bis zur Gegenwart; vgl. Schütze, S. 94, auch Groß’ Archiv, Bd. 46, S. 29, Anm. 2). Zur Etymologie (von streifen = „überstreifen [über den Fuß]“) s. Archiv, a. a. O., S. 29: vgl. auch Pott II, S. 37.

[794] Übereinstimmende Umschreibung des deutschen Ausdrucks auch bei den Zigeunern; s. Liebich, S. 199 (telstūno pīro [d. h. „der untere Fuß“] = Fußsohle); vgl. auch schon „Vorbemerkg.“, [S. 17]. Das Adj. unterkünftig = unterer — als Adv. gebr. = unten — (im Gegensatze zu oberkünftig = oberer, als Adv. = oben [s. Näh. unter „Gaumen“]) kommt auch noch vor in den Verbindgn.: unterkünftige Kluft = Unterkleid u. unterkünftiger Malfes = Unterrock. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): W.-B. des Konst. Hans 256 (unterkönig = unten); Pfulld. J.-W.-B. 340, 345 (unterkönig = hinab [Gegens.: oberkönig = hinauf] u. unterkimig [besser wohl zu lesen: unterkinnig] = unten; vgl. auch inner-, usler- u. ennenkönig = hinein, hinaus, hinüber); Schwäb. Händlerspr. 487 (unterkünftig = unten; vgl. [484]: oberkünftig = oben). Auch im sonstigen Rotw. findet sich die Vokabel, u. zwar schon seit dem 18. Jahrh. (s. W.-B. v. St. Georgen 1750 [219]: unterkünftig = unten, Gegens. [218]: oberkünftig = oben), während sie in neuerer Zeit wohl bes. in der Kundensprache fortlebt (vgl. z. B. Ku. III, 429 u. Ostwald [Ku.] 159 vbd. m. Ku. III 427 u. Ostwald [Ku.] 109 [Gegenstz.: oberkünftig]), obgleich sie in der schwäb. (Gaun.- u.) Kundenspr. fehlt, die dafür (76) aber hinterkünftig = hintenherum kennt. Etymologie: Man darf wohl mit A.-L. 557 (unter „kenntlich“) u. 579 (unter „oberkünftig“) den zweiten (zu einer „Verstärkung“ der Ortsbezeichnung dienenden) Bestandteil des Wortes (-künftig, verunstaltet zu -kinnig, -könig usw.) — gleich unserem gemeinspr. Adj. künftig — zu dem jetzt nur noch in Zusammensetzgn. (wie Ankunft, Herkunft, Zukunft) gebräuchl. Subst. Kunft (mhd. kunft, kumft) = „das Kommen“, einem „Verbalabstraktum“ zu dem Zeitw. kommen (vgl. Weigand, W.-B. I, Sp. 1172), in Beziehung setzen.

[795] S. (betr. Grif[f]leng) Daumen. — Auch diese Umschreibung findet sich nach Liebich, S. 199 u. 262 (unter „Zehe“) bei den Zigeunern (näml.: berengĕro gus[ch]to, d. h. eigtl. „Fußfinger“).

[796] S. Frucht.

[797] Zusammensetzgn. hiermit sind: a) am Anfang; Furschetfläderling (d. h. eigtl. „Gabelvogel“) = Schwalbe (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); b) am Ende: Schundfurschet = Mistgabel. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): nur Schwäb. Händlerspr. 481 (Furschett = Gabel). Im Rotw. m. Wiss. sonst kaum gebräuchlich. Zur Etymologie: An und für sich kann der Ausdruck unmittelbar vom Französischen (fourchette) hergeleitet werden (vgl. auch Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1869), jedoch mag die Vokabel (gleich Feneter = Fenster [s. d.]) in Wittich’s Jenisch wohl durch die Vermittlung von Zigeunern eingedrungen sein und insofern auf deren Sprache zurückgeführt werden (vgl. „Einleitung“, [S. 30]), in die sie aber natürlich gleichfalls aus dem Französischen übernommen ist. S. ausdrücklich auch Liebich, S. 116; vgl. „Einleitung“, [S. 29], [Anm. 93] vbd. m. „Vorbemerkg.“, [S. 10], [Anm. 26]. Als zigeun. Form führt Liebich (a. a. O. S. 135 u. 199): forschétta, Finck, S. 58: foršéta, Jühling, S. 221 dagegen: Forschräta (vgl. i. d. „Einltg.“: -reta) an.

[798] Mit Stichling ist nur zusammengesetzt: Fu[h]lstichling = Mistgabel (Syn. zu Schundfurschet). Auch Stichling = Gabel ist in dem verw. Quellenkr. nur der schwäb. Händlerspr. (481) bekannt, doch deutet hier das Vorkommen des Ausdrucks Stichlingspflanzer = Schneider (486) hin auf die Nebenbedeutg. „Nadel“, wofür die Vokabel z. B. auch in der schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. (73) — allein — angeführt ist, während sie bei den Pfälz. Händlern (439) — wieder abweichend — „Messer“ bedeutet. Über die versch. Bedeutgn. des Wortes im Rotw. bezw. in der Kundenspr. (näml.: a) Schneider; b) Nadel; c) Zaunpfahl) sowie die Etymologie (zu „Stich“, „stechen“) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 24 u. Anm. 1.

[799] S. anschauen.