[810] S. arg.

[811] S. Abort.

[812] Zu Beiz oder (seltener) Beizerei = Gasthaus, Wirtshaus (Kneipe, Schenke) gehört die Zusammensetzg. Lanengerbeiz = Soldatenwirtschaft und die Ableitung Beizer (in früherer Zeit: Baiser [vgl. „Einleitung“, [S. 25]]) od. (seltner) Beizerer = Wirt (Gast-, Schenkwirt), femin.: Beizere. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 93, 101 (Beis = Haus, Beisskitt od. Koberbeis = Wirtshaus, Baiser = Wirt, Baiserin = Wirtin); W.-B. des Konst. Hans 254, 256, 258 (Bais od. Baiser-Kitt = Wirtshaus, T’schorbais = Diebswirtshaus, Baiser = Wirt); Schöll 271, 272 (Bais = Haus, plur. Baiser = Wirtshäuser); Pfulld. J.-W.-B. 338, 339, 346 (Kochemer-Baies = Diebsherberge, Baiser = Wirt, Gastwirt, Baiserkitt = Wirtshaus); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 77 (Baiz = Wirtshaus, Baizer[in] = Wirt[in]); Schwäb. Händlerspr. 482, 488 (Baiß = Haus, aber — sowohl in dieser Form wie in den Nebenformen Baitz, Boitz, Beitzg [Beitzle] — auch = Wirtschaft; Baiser, Baitzer od. Beitz[g]er = Wirt); s. auch noch Pleißlen der Killertaler 434 (Baitze = Wirtshaus), während die Pfälz. Händlerspr. (437) Bais od. Bôies nur in dem allgem. Sinne von „Haus“ kennt. Über weitere Belege aus dem Rotw. (wo schon in den Basl. Betrügnissen um 1450 [15] das Wort in der Form Pöse = Herberge auftritt, während es in der Form Bais zunächst für „Haus“ [s. W.-B. v. St. Georgen 1750 (216)], für „Wirtshaus“ dagegen zuerst im W.-B. des Konst. Hans [s. oben] vorkommt) s. Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 15 (u. Amn. 2) u. 16 (unter „Baiser“) vbd. m. Bd. 38, S. 221, Anm. 1 u. Weber-Günther, S. 153. Ebds. auch über die Etymologie (vom hebr. bajit = „Haus“); vgl. auch A.-L. 524 (unter „Bes“); Günther, Rotwelsch, S. 27; Stumme, S. 27; Fischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 580/81.

[813] Zu Kober od. (seltener) Koberei, Synon. zu Beiz (Beizerei) s. d. Zusammensetzgn. Lanengerkober (= Lanengerbeiz) u. die Ableitung Koberer = Wirt (Gast-, Schankwirt), femin. Kobere. Bemerkenswert erscheint, daß auch Kober in Wittichs Jenisch das Wirtshaus bedeutet, während es im Rotwelsch (ebenso wie d. längere Koberer) i. d. R. für den Wirt vorkommt (über Ausnahmen s. Groß’ Archiv Bd. 43, S. 24, Anm. 3 [zu S. 23] a. E). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 101 (Koberbeis = Wirtshaus); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 68 (Kober = Diebswirt); Schwäb. Händlerspr. 488 (Koberer = Wirt, Koberei = Wirtschaft); s. auch Metzer Jenisch 217 (Koberei = Wirtshaus). Über weitere Belege aus dem Rotw. usw. sowie die (nicht sichere, vielleicht aber zu dem hebr. châber = „Gefährte, Genosse“ in Beziehung zu setzende) Etymologie s. ausführl. Groß’ Archiv, Bd. 43, S. 22 ff. u. d. Anmkgn. vbd. m. Bd. 38, S. 197, Anm. 2 — Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 59 hat keine Erklärung gegeben.

[814] S. Bauer.

[815] S. Bauernfrau.

[816] S. Äquilibrist.

[817] S. Füllen.

[818] S. Entenfuß.

[819] Dieselbe Umschreibung ist auch bei den Zigeunern üblich nach Liebich, S. 153 u. 200 (praldūno mui, d. h. „das Obermaul“, = Gaumen; vgl. „Vorbemerkung“, [S. 17]). — Betr. Giel s. Affengesicht. Das Adj. oberkünftig (= oberer) — als Adv. gebr. = oben — ist der Gegens. zu unterkünftig [s. darüber schon oben unter „Fußsohle“). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 337, 340 (oberkönig = hinauf, oberkinnighauren = aufsitzen); Schwäb. Händlerspr. 484 (oberkünftig = oben); s. auch Pfälz. Händlerspr. 439 (überkindig = gegenüber). Im sonst. Rotw. tritt oberkünftig (ebenso wie s. Gegens. unterkünftig) z. B. schon im W.-B. v. St. Georgen 1750 (218) auf, ist dagegen in d. Neuzeit hauptsächl. Kundenausdr. geworden. S. darüber sowie über die Etymologie das Näh. schon oben unter „Fußsohle“.