[1170] Vgl. dazu (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 71 (kenn = ja, kenn Mathilde = ganz richtig); Schwäb. Händlerspr. 481, 482 (kenn = ja, kenn Mathilde = „grüß Gott“); s. auch Pfälz. Händlerspr. 438 (kent = ja) sowie d. Winterfelder u. Eifler Hausiererspr. 441, 491 (kenn). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s. Schütze, S. 73, vbd. mit Groß’ Archiv, Bd. 51, S. 162 (unter „Mathilde“) und Anm. 2 (betr. kenn Kunde, wozu auch zu vgl. Bd. 59, S. 267, 287). Über die Etymologie (vom hebr. kên od. ken = „so [richtig], ja“) s. A.-L. 556 und Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 330, vgl. jedoch auch Archiv, Bd. 51, S. 162, Anm. 2 a. E. (über einen Einfluß auch des deutschen Zeitw. „kennen“ bei dem Ausdr. kenn Kunde od. Mathilde).

[1171] S. Frauenrock.

[1172] S. Ananas u. abgehen.

[1173] S. Flurschütz.

[1174] S. alljährlich.

[1175] S. (betr. Schei) alltäglich.

[1176] S. ausweinen.

[1177] S. abbeißen.

[1178] S. Hebräer.

[1179] Zu Dibolde = Juden gehören die Zusammensetzg. Dibolde-Gallach (d. h. „Judenpriester“) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.) u. die Ableitg. diboldisch = jüdisch (Gegensatz: nobis diboldisch [eigtl. nicht-jüdisch] = ungläubig [vom jüd. Standpunkt aus; Syn. nobis gril(l)isch, — wonisch, d. h. eigtl. „nicht-evangelisch, -katholisch“]). Die Vokabel, die in dem verw. Quellenkreise unbekannt ist, kommt im sonstig. Rotwelsch (d. 19. Jahrh.) vereinzelt vor, jedoch mit anderem Anlaut (Ba-, Bi-, Pi-); s. z. B. Pfister 1812 (295: Babolde); v. Grolman 5 u. T.-G. 103 (ebenso); Karmayer G.-D. 190 (desgl.); Derenbourgs Glossar 1856 (414: desgl.); A.-L. 584 (Pipolte, fem. Pipoltiza); Groß 458 (Biboldo). Der Etymologie nach stammt der Ausdr. aus der Zigeunersprache her (vgl. „Einleitung“, [S. 29]), in der biboldo (od. bipoldo) eigtl. „der Ungetaufte“ bedeutet (von boldo [od. poldo], zu [me] polāwa = „[ein]tauchen, taufen“ [s. Liebich, S. 152 u. 245; vgl. Finck, S. 52 (Stamm: bōl [od. bold] = „[ein]tauchen, taufen“, das sich bis ins Hind. [bōrnā = „eintauchen“] verfolgen läßt)] u. dem Negativpräfix bi-). S. Näh. bei Pott II, S. 422 (unter „Bolaw“), Liebich, S. 128 u. 213 (bipoldo), Miklosich, Beitr. III, S. 8 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 181 (unter „bol“: bei den deutsch. Zig.: bipoldo), Finck, S. 51 (bibóldo); bei Jühling nicht angeführt. — Über die Veränderung des Anlauts im Jenischen s. auch Pott, a. a. O.