[1210] S. Ei u. alltäglich. — Auch in der Zigeunersprache heißt der Karfreitag (aber auch wohl das Osterfest) jāréngĕro (od. jāríngĕro) diwes, d. i. gleichfalls der „Eiertag“; s. Liebich, S. 140 u. 188 vbd. m. Finck, S. 55 (hier nur = Ostern); vgl. „Vorbemerkg.“, [S. 18]. Über eine der jenischen Umschreibg. für Ostern genau entsprechende zigeun. Bezeichnung s. noch weiter unten (unter „Ostern“).
[1211] S. Fisch. Das Synm. Flotscher ist hier nicht angeführt.
[1212] S. Eisenbahnwagen.
[1213] S. abfahren.
[1214] S. Bratkartoffeln; vgl. abgerahmte Milch.
[1215] S. Erdäpfel.
[1216] S. Gulasch.
[1217] S. Aschenbecher.
[1218] Zu Girall s. die Zus. Girallbrandleng = Käskuchen. Die Vokabel ist sonst m. Wiss. in den Geheimsprachen nicht bekannt. Der Etymologie nach stammt sie aus der Zigeunersprache (vgl. schon „Einleitg.“, [S. 30]). Näh. s. darüber bei Pott II, S. 257/58 (unter „Giral“); Liebich, S. 142 u. 213 (kīral); Miklosich, Beitr. I/II, S. 12 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 234 (unter „keral“: bei den deutsch. Zig.: kiral) vbd. mit S. 238 (unter „khil“); Jühling, S. 222 (Girall); Finck, S. 64 (kiral). Das Wort läßt sich (nach Pott und Miklosich, a. a. O.) bis ins Altind. (kšīra = Milch) zurückverfolgen.
[1219] Mit Räsleng ist (außer Räslengbrandleng = Girallbrandleng) noch zusammengesetzt: Bosserträsleng (eigtl. „Fleischkäse“) = Leberkäse. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): nur Schwäb. Händlerspr. 482 (Ræßling = Käse, aber [485] auch = Rettich). Sonst nirgends erwähnt. Zur Etymologie: Vermutlich handelt es sich um eine durch Anhängung der typischen rotw. Endung -ling (= leng) vorgenommene Substantivierung des mundartl., insbes. schwäbischen Adj. räs, das (nach v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 425) u. a. etwa bedeutet was „die Zunge reizt“, im Geschmack „scharf“ (wie Rettich) oder „herb“ ist.