[1490] S. (zu beiden Ausdr.) Abend.

[1491] Diese eigenartige Metapher ist auch bekannt der schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 74 (Bedtg.: Rüben) sowie der schwäb. Händlerspr. (in Pfedelb. [210], Bedtg.: gelbe Rüben). Sie ist ferner sonst im neueren Rotw. (schon seit Pfister bei Christensen 1814 [320] u. noch bei Rabben 53) u. in der Kundenspr. (s. Ostwald [Ku.] 55) beliebt, desgl. auch bei den Soldaten. S. Günther, Rotwelsch, S. 15 u. in d. Wiss. Beih. zur Z. d. Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 189; Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 29, Nr. 3; Horn, Soldatensprache, S. 91; vgl. i. allg. auch noch Grimm, D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 1176.

[1492] Zu vgl. hierzu (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 72 (Frosch od. Fröschchen = Monat) u. Schwäb. Händlerspr. 484 (Frösch = Monate). Nach der letzteren Stelle dürfte der sonderbare Ausdruck besonders für die Angabe der Dauer einer Freiheitsstrafe gebraucht werden, wie dies — nach Ostwald (Ku.) 53 (6 Frösch = 6 Monate Gefängnis) — auch in der allgemeinen Kundenspr. üblich zu sein scheint. Die Entstehung bleibt dunkel; auch bei Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1791, Nr. 8 ist darüber keine Erklärung gegeben.

[1493] S. Abend u. alltäglich. — Bei den Zigeunern heißt der Mond — ähnlich — die „Nachtsonne“, rattiskĕro kamm (s. Liebich, S. 141 u. 223).

[1494] S. Hauptmann u. ankleiden. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunersprache (s. Näh. bei Liebich, S. 223).

[1495] S. ermorden.

[1496] Zu Grabagautschert od. Grabegautschert = Most (u. s. Zus. Gr.-glansert, Gr.-nolle = Mostglas, Mostkrug) vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 72 (Grabbengautscher) u. Schwäb. Händlerspr. 488 (Grabbegautschert [in Pfedelb. (211): -scher]); s. auch Pleißlen der Killertaler 436 (Rappegautscher); wieder anders, nämlich Krabberkautscher bei Ostwald (Ku.) 87. Zur Etymologie: Da gautschen in der schwäb. Mundart allgemein gebräuchlich ist für „schaukeln, (sich) schaukelnd hin- und herbewegen, wiegen, schwanken“ (s. Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 109), so erscheint es sehr verführerisch, den ersten Bestandteil in Grabegautschert u. ä. mit unserem „Graben“ in einen Zusammenhang zu bringen, weil ja der Most den Zecher leicht in den Graben wirft; jedoch hat der Ausdruck damit nichts zu tun, er soll vielmehr (wie die Form Rappegautscher bei den Killertalern am deutlichsten erkennen läßt) herzuleiten sein von Rapp od. Krapp (Krabb, Grab) = Rabe, Krähe (s. Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 690/91 unter „Krapp[e]“) und würde demnach (weil die Raben häufig auf den Obstbäumen sitzen) soviel bedeuten wie „das Ergebnis des ‚Gautschens‘ der Raben auf den Obstbäumen“, d. i. Obst, Obstmost, Most (nach gefl. Mittlg. von Prof. Dr. O. Meisinger in Karlsruhe); vgl. auch Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36, S. 187 u. Anm. 1. — Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 691 (unter „Krappe[n]gautscher“) weist noch (für die allgemeinere Bedeutg. „saurer Wein“) hin auf den Anklang an „Rachenputzer“; vgl. ebds. V, Sp. 139.

[1497] S. Bierglas.

[1498] S. Fleischhafen.

[1499] Mit Rolle sind zusammengesetzt: a) im Anfang: Rollehertling oder -kies = Mühlstein; b) am Ende: Kuieterolle = Pulvermühle u. Flu(h)terolle = Wassermühle. Ableitg.: Roller = Müller (dazu Kuieteroller = Pulvermüller), fem.: Rollerin. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 342 (Roll = Mühle, Roller = Müller); Schwäb. Händlerspr. 484 (ebenso). Über weitere Belege der schon früh im Rotw. weitverbreiteten Vokabeln sowie die Etymologie s. das Näh. in Groß’ Archiv, Bd. 42, S. 65 u. Anm. 2 u. S. 66.