»Sie wollten mir doch etwas erzählen«, unterbrach ihn Frau von Zeuthen, wobei sie sich zurücklehnte.
Paul Seebeck legte Hut und Stock fort und setzte sich in den Armstuhl.
»Also, ich kam von Sidney zurück –«
»Nicht so schnell. Verzeihen Sie, daß ich Sie unterbreche. Aber Sie dürfen Australien nicht überspringen.«
»Über Australien kann ich leider nicht viel berichten. Ich kam hin – Sie kennen ja meinen Expeditionsplan, er stand ja auch in allen Zeitungen – und wie ich dort war, sah ich, daß meine ganze Expedition eigentlich überflüssig war. Von dem, was ich als Neuland erforschen wollte, ist der größte Teil in seinen großen Zügen schon bekannt, sogar schon aufgenommen, und es reizte mich nicht, mich nur mit den Bagatellen abzugeben, die natürlich auch von wissenschaftlichem Interesse sind –«
»Da Sie ja mehr Abenteurer als Wissenschaftler sind.«
»Vielleicht, vielleicht liegt der Wert meines Abenteuertums gerade darin, daß ich nur große Dinge entdecken kann, nicht Kleinigkeiten untersuchen. Ich kann nur die großen Dinge sehen und räume dann gern das Feld dem Gelehrten, der dann nach Herzenslust messen und forschen mag. Schon am ersten Tage in Sidney, wo ich in der Bibliothek der Geographischen Gesellschaft saß und mir das ganze Material durchsah, sank mir der Mut. Ich sah wohl, daß da noch unendlich viel zu tun war, aber fast nichts für mich.
Ich unternahm die Expedition trotzdem – ich war ja dazu verpflichtet – aber ohne Freude. Dadurch kam auch das Sprunghafte, Unsichere herein, das manche Zeitungen mit Recht gerügt haben, und kehrte vorzeitig zurück.«
»Ich las in der Zeitung, daß die furchtbaren Stürme und Überschwemmungen, die der großen Flutwelle folgten, Sie zur Rückkehr gezwungen hätten.«
»Ich nahm das mehr als Vorwand. Hätte ich ernstlich gewollt, hätte ich schon dort bleiben können. Ich kehrte aber nach Sidney zurück.«