Sie sog die Luft ein:

»Ja, das ist doch Meergeruch!« sagte sie erstaunt.

Felix schüttelte den Kopf:

»Ich finde es auch. Aber das ist doch ganz unmöglich. Wir sind doch ganz weit vom Meere, und außerdem so hoch –«

Aber je höher sie kamen, um so stärker wurde der unverkennbare Tanggeruch. Außerdem waren immer wieder große, feuchte Lehmflecke zwischen den Felsen. Um sie zu umgehn, mußten sie mehrmals an den zackigen Felsen emporklettern.

Auf einmal lag wieder die Spitze des Vulkans in ihrer bekannten Form vor ihnen, nur daß sie jetzt in der Nähe scharf und zackig aussah. Aber zwischen dem Vulkane und ihnen lag in einem langen und breiten Becken grünlich und fett schimmernd ein großer See. Jetzt nach dem heißen Sommer war der Wasserspiegel weit zurückgetreten, und die lehmigen Ufer waren mit ungeheuren Massen von Tang und vertrockneten Algen bedeckt.

Skelette von Fischen lagen zu Tausenden herum, ebenso die Reste von großen Seesternen und Krebsen.

Jetzt kam ein Windhauch und trieb Fräulein Erhardt und Felix den Gestank ins Gesicht. Trotzdem machte sich Felix an den Abstieg, während Fräulein Erhardt oben blieb. Sie sah ihm nach, wie er von Stein zu Stein hinuntersprang und dann unten am Rande des Wassers entlang ging. Nach einer Weile kam er, hochrot im Gesicht, den Abhang wieder hinaufgestürmt.

»Wissen Sie was, Fräulein Erhardt?« rief er, noch ganz atemlos. »Im Wasser wimmelt es von Fischen und Krebsen! Es sieht genau so aus, wie in der Irenenbucht.«

Sie gingen einige Schritte zurück, so daß sie der Geruch nicht mehr so belästigte. Dann fragte Fräulein Erhardt: