»Schwärmt,« und sie zerstreuen sich wie welke Blätter vor dem Wind.
»Formiert Linie,« und sie dehnen sich wieder aus zur langen Linie ihrer gewöhnlichen Flugordnung.
»Nieder,« und alle lassen sich herab fast bis zum Erdboden.
»Furagieren,« und sie verteilen sich zum Futtersuchen, während zwei Sicherheitsposten, der eine auf einem Baum zur Rechten, der andere auf einer Vogelscheuche zur äußersten Linken, ausgestellt bleiben.
Ein oder zwei Minuten später ruft Silberfleck: »Ein Mann mit einem Gewehr!« Die Wachtposten wiederholen den Ruf, und die ganze Kompagnie fliegt so schnell wie möglich nach den Bäumen. Einmal dort in Sicherheit, formieren sie sich in Flugordnung und kehren in die heimatlichen Fichten zurück.
Der Vorpostendienst wird nicht der Reihe nach von allen Krähen bezogen, sondern eine gewisse Anzahl, deren Wachsamkeit oft erprobt ist, bilden regelmäßig die Sicherheitsposten, und man sieht es als selbstverständlich an, daß sie zu gleicher Zeit wachen und furagieren. Dies erscheint uns etwas hart, aber es macht sich ganz gut, und die Organisation der Krähen ist die anerkannt beste unter allen Vögeln.
Endlich im November kann man die Krähen südwärts ziehen sehen, um neue Lebenseinrichtungen, unbekannte Gegenden und fremde Sorten von Futter kennenzulernen, und alles dies unter der umsichtigen Leitung des weltweisen Silberflecks.
III.
Nur zu einer Zeit benimmt sich die Krähe dumm und albern, das ist während der Nacht. Und nur ein Vogel vermag sie in lähmende Todesangst zu versetzen, das ist die Eule. Deshalb hat, wenn diese zwei Dinge zusammentreffen, die Eule leichtes Spiel. Ertönt nach Eintreten der Dunkelheit ihr fernes Geschrei, so ziehen die geängstigten Krähen die Köpfe unter den Flügeln hervor und sitzen zitternd und elend bis zum Morgengrauen. Oft hat dies bei sehr kaltem Wetter zur Folge, daß einer Krähe ein oder beide Augen erfrieren, und Blindheit und Tod sind dann das Ende; denn Hospitäler für kranke Krähen gibt es noch nicht.