Die Täler dort sind eine ungeeignete Gegend für Fuchsjagden; die zerklüfteten Züge, die hohen Steinwälle und Anhöhen sind zu zahlreich, der Schlupfwinkel zwischen den Felsen sind zu viele, und es war zu verwundern, daß die Füchse in Monsaldale nicht überhand nahmen. Man hatte wenig Grund gehabt, über sie zu klagen, bis sich im Jahre 1881 ein schlauer, alter Fuchs, wie eine Maus in einem fetten Käse, in dem reichen Kirchspiel niederließ und aller Nachstellungen von edlen Jagdrüden und gemeinen Dorfkötern spottete.
Verschiedene Male wurde er mit Hund und Pferd verfolgt, und immer verschwand er im Teufelsloch, einer Höhle von unerforschter Ausdehnung – dort war er sicher. Die Landbevölkerung fing an, etwas mehr als Zufall in der Tatsache zu suchen, daß er stets ins Teufelsloch entwischte, und als einer von den Hunden, der diesen Teufelsfuchs beinahe erwischte, bald darauf verrückt wurde, stand die Teufelsabstammung besagten Fuchses außer Zweifel.
Er setzte seine Räuberlaufbahn fort, bis er schließlich aus Vergnügen am Blutvergießen zu morden begann. Digby verlor zehn Lämmer in einer Nacht, Caroll sieben in der nächsten; später wurde der Ententeich des Pfarrhofes vollkommen verwüstet, und es verging kaum ein Tag, an dem nicht irgend jemand einen Mord von Geflügel, Lämmern oder Schafen und schließlich selbst von Kälbern zu berichten hatte.
All dieses blutgierige Verwüsten wurde diesem einen Fuchs aus dem Teufelsloch zugeschrieben. Es war nur bekannt, daß es ein außerordentlich großer Fuchs sein müsse; wenigstens einer, der eine breite Spur hinterließ; doch niemand, selbst kein Jäger, hatte ihn je in der Nähe gesehen. Auch hatte man bemerkt, daß Donner und Doria, die besten Hunde der Meute, sich geweigert hatten, auf der Hetze seiner Spur zu folgen.
Die Bauern von Monsaldale beschlossen, sich beim ersten Schnee unter Jos Leitung zu versammeln und die ganze Gegend abzuklopfen, um auf irgendeine erlaubte oder unerlaubte Art das »unschuldige« Füchslein loszuwerden. Aber der Schnee kam vorläufig nicht, und der rothaarige Ehrenmann lebte ungekränkt weiter. Niemals kam er zwei aufeinanderfolgende Nächte nach dem gleichen Bauernhof, niemals fraß er, wo er gemordet hatte, und niemals hinterließ er eine Spur, die den Weg, den er genommen, verraten hätte.
Ein einzigesmal lief er mir in den Weg. Ich ging spät in der Nacht den Pfad von Bakewell nach Monsaldale entlang, während eines heftigen Sturmes, und als ich um die Ecke eines Schafstalls bog, fuhr plötzlich ein heller Blitzstrahl hernieder. Bei seinem Lichte erblickte ich ein Bild, das mich zurückschrecken ließ. Neben dem Wege saß in geringer Entfernung ein riesiges Tier, das mich mit glühenden Augen anstarrte und sich bezeichnend die Schnauze leckte. Dies war alles, was ich sah, und ich würde es wohl vergessen oder für einen Irrtum gehalten haben, hätte man nicht am nächsten Morgen in jenem Stalle die Leichen von dreiundzwanzig Schafen gefunden.
Nur eine Herde ließ der Mörder in Frieden, das war die Dorleys, und es schien dies um so wunderbarer, als Dorley doch mitten in der gefährdeten Gegend und nur eine Meile vom Teufelsloch entfernt lebte. Der treue Hund bewies seine Überlegenheit über alle Köter der Nachbarschaft; Abend für Abend brachte er seine Herde heim, und niemals fehlte auch nur einer seiner Schützlinge. Der wilde Fuchs mochte um Dorleys Hof herumstreifen, aber Wully, der schlaue, tapfere und aufgeweckte Wully, war ein unüberwindlicher Gegner für ihn und rettete nicht nur seines Meisters Herde, sondern entwischte auch stets selbst mit heiler Haut. Jedermann bezeugte eine wahrhafte Hochachtung für ihn, und er wäre gewiß ein Liebling aller gewesen, wenn seine Laune sich nicht von Tag zu Tag verschlechtert hätte. Dorley und dessen älteste Tochter Hulda, ein aufgewecktes, hübsches, junges Mädchen, schien Wully gern zu haben; die übrigen Glieder der Familie waren ihm gleichgültig, aber er duldete sie; den Rest der Welt, Menschen und Hunde, schien er zu hassen.