Sie setzte sich und schrieb:
An Ewald!
Was des Dichters Hand gestaltet,
Ach, das leuchtet ewig fort:
Wo das Leben selbst erkaltet,
Glüht in Flammenpracht entfaltet,
Noch des Dichters frommes Wort.
Deine Seele, edler Sänger,
Schmiegt sich weich um mein Gemüth …
Hier stockte sie, und da wir weder rechtlich noch moralisch verpflichtet sind, ihr über die Schwierigkeiten der lyrischen Composition hinwegzuhelfen, so überlassen wir sie einstweilen ihrem Schicksal.
Während Virginie und Laurentia sich in der vorgeschilderten Weise über den schönen Unbekannten entzweiten, behandelten Rosa und Iduna im Schatten einer breitwipfligen Linde dasselbe Thema.
»Ein reizender Mensch!« sagte die Erstere mit Emphase.
»Nicht wahr?« versetzte die stattliche Iduna mit weicher, tremulirender Stimme. »Ich schwöre darauf, er ist Officier! Er hat in seinem ganzen Wesen etwas vom Gardelieutenant.«