»Ich glaube, Du träumst.«

»Wie so?«

»I, was faselst Du da vom Geschmack der Lieutenants, und von seinem Herübergucken … Er ist gar kein Lieutenant, und herübergeguckt hat er höchstens nach mir, wenn Du's gütigst erlaubst. Er ist schlank, wie Phöbus: Denkst Du, ein Götterjüngling trägt Verlangen, sich mit einer … mit einer … Na, ich will nichts sagen, aber so viel weißt Du selbst, daß Du schmählich viel Aehnlichkeit mit einer Runkelrübe hast!«

»Was? Ich glaube gar, Du bildest Dir ein …! Na, so eine Latte wie Du … Nein, da trau' ich ihm mehr Vernunft zu! Du hast Dich freilich sehr eifrig um ihn bemüht, aber es ist ihm nicht eingefallen, von Deinen Zudringlichkeiten Notiz zu nehmen. Daß Du's doch weißt, er hat mir zweimal mit dem rechten Auge zugezwinkert! – Was sagst Du nun, he? Ich habe seine Aufmerksamkeit gefesselt und dabei bleibt's!«

»Ob Du was sagst oder nicht …«

»Du bist nur neidisch.«

»Neidisch? – Lächerlich! Ich neidisch auf Dich? Nein, dicke Iduna, da kennst Du mich schlecht. Gott, ich will ja nicht die Möglichkeit bestreiten, daß sich einmal Einer in Dich verliebt … De justibus, sagt das Sprichwort, und Du bist ja soweit ganz nett – aber diesmal befindest Du Dich schmählich auf dem Holzwege. Wenn er mir nicht zweimal unter dem Tisch auf die Füße getreten hätte, wollte ich nichts sagen … aber so … Nein, Dunchen, Polen ist für Dich verloren!«

»Pah, wenn er Dir zufällig an die Hacken kömmt … Uebrigens läuft man bei Deinen langen Beinen immer Gefahr, mit Dir zu caramboliren.«

»Ich will nicht länger streiten. Glaub' was Du willst!«