»Welche Blasphemie!« seufzte Laurentia.

»Ich gebe Euch mein Ehrenwort! Er ist gegenwärtig damit beschäftigt, der leichtfüßigen Fräulein Holger …«

»Pfui!« klang es im Chore.

»Ich machte, daß ich fortkam«, lachte Rosa. »Nochmals, wer von Euch hat Lust …?«

»Pfui, Pfui, Pfui!« wiederholten die enttäuschten Jungfrauen.

Eulalie vermochte sich nicht mehr zu beherrschen. Sie warf sich Josephinen in die Arme und brach in Thränen aus.

Noch desselbigen Tages vernichtete Iduna ihr brodgeknetetes Buchzeichen, Virginie ihre zierlich gekritzelten Grafenkronen, Asta ihr geschnittenes »Er« und Rosa ihren Liebesbrief.

Nur Laurentia hob ihre Poesien für künftige Fälle auf, da sie ja im Grunde nur an Ewald gerichtet gewesen, nicht aber an Isidor Hefenträger, wie der schöne Unbekannte sich laut Visitenkarte betitelte.

Noch lange hänselte man sich gegenseitig mit dem geheimnißvollen Jüngling, bis das wunderbare Abenteuer durch andere Ereignisse in den Hintergrund gedrängt wurde. Für die Genauigkeit seiner Berichterstattung leistet der Verfasser unbedingte Bürgschaft. Er hat die Daten aus erster Hand, denn – (nicht ohne eine gewisse Verlegenheit schreibt er dies Bekenntniß nieder) – eine der sieben verliebten Damen ist später im Lauf der Jahre seine glückliche Gattin geworden. Sie hat sich inzwischen für »schöne Unbekannte« Gott sei Dank in gebührender Weise abgekühlt! Nicht wahr, Schätzchen?