»Non, dänken Sä välleicht, Philoktet habe bloß geistig gelätten? Sä scheinen mer den Gang der Tragödie ohne sonderliche Aufmerksamkeit verfolgt zu haben.«

»Herr Direktor, es klopft!« sagte Knebel.

»Sähn Sä einmal nach, Knipcke!«

Knipcke eilte, zu öffnen.

»Was? Sä, Quaddler? Warom stören Sä ons schon wäder? Fassen Sä säch korz!«

»Ich wollte mir gütigst erlauben, ergebenst zu vermerken, der Primaner Rumpf spricht noch immer so, wie von wegen weshalb Sie ihn bestraft haben.«

»Was? Er sätzt die Komödie fort? Non, äch wärde die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen wässen! Knäbel, schreiben Sä einmal ein, – oder nein, lassen Sä's läber! Es äst goot, Quaddler. Heppenheimer, fahren Sä fort. Also: ›Au, au, au, au,‹ nächt: ›Ai, ai, ai, ai‹. Das Folgende können Sä etwa mät: ›Ach, ihr äwigen Götter!‹ oder mät ›Allmächtiger Hämmel!‹ wädergeben!«

Heppenheimer erledigte sein Pensum zu des Direktors leidlicher »Zofrädenheit«. Nach ihm übersetzte Schwarz »ongenögend«. Dann erscholl Quaddlers Klingel. Der Verfasser der lateinischen Grammatik für den Schulgebrauch erklärte den Unterricht für geschlossen. In der Tür erschien Doktor Klufenbrecher, der Mathematiklehrer, der die Prima von drei bis vier über die Geheimnisse der analytischen Geometrie zu unterhalten hatte. Samuel Heinzerling reichte dem »geschätzten Herrn Kollegen« herablassend, aber nicht ohne ein gewisses humanes Wohlwollen, die grübchenreiche Rechte und verfügte sich dann nach dem Direktorialzimmer, wo er sich nachdenklich auf seinem Amts- und Dienstsessel niederließ.

Quaddler ging inzwischen ans Werk, die freie Stunde gehörig auszunutzen. Rüstig stülpte er den Pinsel in den Kleistertopf und bestrich eine Tapetenbreite nach der anderen mit duftender Klebematerie.