»Läber Rompf! Äch wäll's Ähnen för däsmal noch verzeihen. Bitte, machen Sä höbsch auf. Sä sollen mät einer gelinden Strafe dorchkommen. Sä sollen nächt relegärt werden. Ich verspreche es Ähnen! Hären Sä?«

Der »läbe Rompf« hörte nicht. Er hatte sich leise über den Vorflur geschlichen und eilte jetzt die Treppe hinab, um siegreich zu entweichen.

Als er an der Tür des Pedells vorüber kam, packte ihn eine prickelnde Idee.

Er legte das Auge ans Schlüsselloch. Quaddler stand just auf der Leiter, den Rücken nach der Pforte gekehrt, und mühte sich, einen schwer bekleisterten Tapetenstreifen an die Wand zu kleben. Wilhelm Rumpf klinkte ein wenig auf und rief mit dem schönsten Heinzerlingschen Akzent, der ihm zu Gebote stand, ins Zimmer:

»Äch gehe jetzt, Quaddler. Beobachten Sä mär den Rompf. Der Mänsch beträgt säch wä onsännäg. Er erfrächt säch noch ämmer, seine ämpärtänenten Spälereien zu treiben. Bleiben Sä jetzt nor rohig auf Ährer Leiter. Äch wollte Ähnen nor noch sagen, daß Sä ähm onter keiner Bedängong öffnen! Der Borsche wäre ämstande, Sä öber den Haufen zo rännen und – mär nächts, där nächts – dorchzogehn! Hären Sä, Quaddler?«

»Wie Sie befehlen, Herr Direktor. Entschuldigen Sie nur gütigst, daß ich hier oben …«

»Sä sollen rohig bleiben, wo Sä sänd, ond Ähre Kleisterei erst fertig machen. Adiö!«

»Ganz gehorsamster Diener, Herr Direktor.«

Wilhelm Rumpf stieg nunmehr die Treppe wieder hinan und betrat die Regionen des Karzers.

Samuel Heinzerling tobte fürchterlich. Jetzt schien er auch die Klingel zu entdecken, denn in demselben Augenblicke, da Rumpf sich hinter einen gewaltigen Kleiderschrank der Pedellfamilie barg, erscholl ein wütendes Geläute, gell und schrill, wie das Kreischen empörter Wald- und Wasserteufel.