»So,« sagte er, indem er das Päckchen in die Brusttasche schob, »Sä werden aus dem Mätgeteilten zor Genöge ersehen haben, was äch beweisen wollte: daß dä Zerteilong än väle abgesonderte Staaten ein Segen för dä deutsche Nation äst. Äch wönsche non, daß Sä mer för das nächste Mal däse Frage än einem korzen Aufsatze theoretäsch ond praktäsch erörtern. – Der Hotzler kann jetzt wäder hereinkommen.«

In diesem Augenblicke erscholl die Klingel. Würdevollen Schrittes und im Bewußtsein, die Keime einer segensreichen Weltanschauung gelegt zu haben, verließ der Verfasser der Lateinischen Grammatik für den Schulgebrauch, mit besonderer Berücksichtigung der oberen Klassen, das Lehrzimmer.

»Ich habe mir alles stenographiert«, rief Heppenheimer, die Mappe schwenkend.

»Et ego«, versetzte ich freudestrahlend. »Morgen muß uns der Rumpf die Geschichte vorlesen.«

Die schändlichen Stenographen! Ohne die teuflische Kunst Gabelsbergers wäre dem wackeren Schulmann der Schmerz erspart worden, den infandus dolor seiner Pariser Leiden in diesen Blättern so buchstäblich renoviert zu sehen. Er hatte kein Glück mit seinen Besuchen, der treffliche Heinzerling, weder mit dem Besuch im Karzer, noch mit dem Besuch beim Großherzoglich badischen Gesandten in der rue de Berlin.


Aus Samuel Heinzerlings nachgelassenen Papieren.