»Non, es mag goot sein! Sagen Sä Ährem Barbär, er soll in Zokonft zeitiger kommen: wär können här nächt auf ähn warten.«
Und hiermit nahm ich freudestrahlend meinen Platz ein.
Als weitere Entschuldigungen führe ich nur noch kurz die nachstehenden an:
»Ich fiel, zerriß mir die Beinkleider und mußte wieder umkehren.« – »Ich ward beim Vorübergehen an einem Hause der Kreuzstraße mit einer eigentümlichen Flüssigkeit begossen etc.« – »Ich bekam eine Ohnmacht.« – »Auf dem Sandwege war die Passage durch drei ineinander gefahrene Wagen versperrt. Ich mußte daher den Umweg über die neue Kurstraße und den Kommandantenplatz nehmen.« – »Ich wurde irrtümlich verhaftet.« – »Ich habe mir den Fuß verstaucht.« – »Es war Glatteis.«
Bei dieser letzten Phrase wird sich der Lehrer naturgemäß wundern, daß er von einer so unverkennbaren Naturerscheinung nichts gemerkt habe.
»So?« wird er fragen. »War Glatteis?«
Die Mitschüler ermangeln nicht, diese Frage unbedingt zu bejahen.
»Das heißt,« fügt nun der zu spät gekommene Schüler hinzu, »nur an einzelnen Stellen. Sie sind vielleicht über den Hohlweg und am Rathaus vorübergegangen; dort ist die Temperatur in der Regel um einige Grad höher als in den feuchteren Gegenden an der Seltersgasse und dem Waldtore.«
Während der Monate Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März und April wird der Lehrer kaum Anstand nehmen, diese klimatologische Bemerkung als letztes Wort gelten zu lassen.