Mit diesen Worten verließ er das Schulzimmer, während ich von meinen Kommilitonen mit drohenden Vorwürfen überhäuft wurde, die ich stoisch lächelnd zurückwies.
Der entscheidende Mittwoch kam unter den mannigfachsten Qualen der gepeinigten Quarta heran.
»Nun,« sagte der Herr Professor, indem er sich behaglich über das rundliche Kinn strich, »wer will mir denn einmal zuerst den griechischen ›Rückblick‹ vorlesen oder aufsagen?«
Nicht ein einziger meiner Mitschüler meldete sich, denn alle fühlten die entsetzliche Unzulänglichkeit ihrer Arbeit; ich aber fuhr stolz in die Höhe und sagte mit fester, gemessener Stimme:
»Ich, Herr Professor.«
»Du, Holzheimer?« fragte der Professor erstaunt; »nun, da bin ich denn doch in der Tat begierig.«
Ich hob mein Heft und begann. Kaum aber hatte ich zwei Zeilen meiner unglückseligen Übersetzung vorgetragen, als schon ein wütendes »Zu unterst! Zu unterst!« mir das Wort von den Lippen nahm. Da ich bereits zu unterst saß, so brauchte ich mich nicht weiter vom Platz zu bemühen. Ich setzte mich und wartete siegesgewiß der Dinge, die da kommen sollten.
»Lies Du einmal, Kurschmann!« rief der Professor ärgerlich.
Stotternd und stammelnd begann der sonst vortreffliche Schüler die Lektüre seines Elaborates.
»Was?« unterbrach ihn der Lehrer beim dritten Worte. »Wie übersetzt Du diesen Passus: ›Im herben Mischkrug schnöder Vergangenheit?‹ Bist Du von Sinnen? Augenblicklich zu unterst!«