Er empfing den Gesinnungsgenossen mit den Zeichen der höchsten Verwunderung.

»Ist's möglich, Jules? Sie haben es gewagt …? Aber das ist ja himmelschreiend, diabolisch, infernalisch, kymmerisch!«

»Croquepeu,« erwiderte Jules mit halberstickter Stimme, indem er sich das Taschentuch auf die Wunde legte, »Croquepeu, – sieh her! Dieses Blut heischt eine furchtbare Rache! – Sprich, Schulmeister, hast du je geliebt …?«

»Wie so?«

»Hast du nie anbetend vor einem Wesen gekniet, dessen Lächeln … dessen Blicke …«

»Ah, so! Jetzt erst begreife ich, was du sagen willst. Du meinst, ob niemals Eros mein Herz berührt …? Du mußt dich deutlicher ausdrücken.«

»Nun denn … antworte mir! Wenn deine Brust niemals in heiligen Flammen stand, so fehlt dir das Verständnis für den Schmerz, der mir siedend durch alle Adern geht … Sprich, Kindertyrann!«

»Ja, Jules! Ich war achtzehn Jahre alt, – da liebte ich Eugenien, die Tochter des Dorfschmieds … Ich darf wohl sagen: auch ich war ihr nicht gleichgiltig, – aber ach! Du weißt! Die Verhältnisse … Die Umstände … Sie hat einen anderen geheirathet …«

»Gut! So wirst du erfassen, welch ein wahnsinniger Zorn meine empfindsamen Nerven durchtobt. Höre mich an! Ich liebe …«

»Nicht möglich? Seit wann …?«