Dr. med. H. Krukenberg.
Mit 203 Textabbildungen meist nach Originalzeichnungen und
photographischen Aufnahmen des Verfassers.
Lex. 8o. 1913. Geheftet M. 6.—, in Leinwand gebunden M. 7.40.
Das vorliegende Werk gibt in allgemein verständlicher Form eine Übersicht über die Entwicklung und die einzelnen Formen der Ausdrucksweise des menschlichen Antlitzes In der Einleitung werden die Lehren und Irrlehren vom Gesichtsausdruck, wie sie sich in den Werken früherer Jahrhunderte bis auf Lavater und Gall vorfinden, behandelt, und es wird dann gezeigt, wie sich am menschlichen Antlitz nach bestimmten ehernen Gesetzen allmähliche Wandlungen vollziehen, wie sich nicht nur der Gesichtsausdruck des einzelnen, sondern auch der der ganzen Menschheit im Strome der Zeit allmählich verändert. Die Merkmale der einzelnen Rassen werden kurz berührt, ausführlicher werden die durch Alter und Geschlecht bedingten charakteristischen Gesichtsmerkmale behandelt. An einzelnen Beispielen wird die Entwicklung des Gesichtausdrucks vom Säugling bis zum Erwachsenen erläutert. Die durch den Ernährungszustand, durch Krankheit, durch geistige Verblödung und Geisteskrankheiten bedingten Veränderungen werden eingehend behandelt und durch zahlreiche zum Teil sehr markante Abbildungen erläutert.
| Erika S. Freudiges Lachen. | Erika S. Schalkhaftes Lachen. | Erika S. Geschmeicheltes Lächeln. |
Unschön wirkende,
durch Ernährungsrückgang bedingte
Altersfalten.
Künstlerisch schön wirkende,
durch das Seelenleben bedingte
Altersfalten.
Weiter werden die Merkmale welche das Schicksal, die Kämpfe des Geistes und der Seele dem Antlitz aufdrücken, behandelt, es wird gezeigt, wie häufig wiederholte vorübergehende Ausdrucksformen des Antlitzes allmählich dauernde Veränderungen hervorrufen, wie auch hier der Geist es ist, der sich den Körper baut. Die einzelnen vorübergehenden Veränderungen des Mienenspiels werden ausführlich behandelt und analysiert und ihre Entstehung auf rein sinnliche Reize zurückgeführt. Das Mienenspiel des Kindes wird in seiner rein elementaren Form dem durch Erziehung und konventionelle Rücksichten modifizierten Gesichtsausdruck des Erwachsenen gegenübergestellt. Es wird gezeigt, wie beim Kinde noch rein sinnliche Eindrücke vorherrschen, während im späteren Alter die seelischen Eindrücke, die Arbeit des Geistes und die Lebensschicksale das Gesicht immer mehr modifizieren und ihre unverwischbaren Spuren darin hinterlassen. Die Art und Weise, wie das Gesicht auf plötzliche reelle oder ideelle Reize reagiert, wird an photographischen Aufnahmen in drastischer Form demonstriert.
Der Verfasser verwirft die künstliche Hervorbringung gewollter Gesichtsausdrücke als unzuverlässig, er hat sein Material ausschließlich nach wirklich vorhandenen geistigen Erregungen gesammelt. Das, was der Verfasser bietet, macht daher Anspruch auf absolute Naturwahrheit.