Gewöhnlich finden sich im Protoplasma der Radiolarien ausserhalb der Centralkapsel noch zahlreiche gelbe Zellen von unbekannter Bedeutung; sie enthalten Stärkemehl.
Ausserdem bilden sich bei einigen Radiolarien rings um die Centralkapsel grosse helle Wasser-Blasen aus (Vacuolen), welche von einer sehr dünnen Gallerte umschlossen sind, so namentlich bei den erbsengrossen Thalassicollen ([Fig. 26]).
Fig. 26. Thalassicolla (pelagica). Ein grosses nacktes Radiolar (ohne Schale). Die innere kugelige Centralkapsel ist von einem Mantel grosser Wasserblasen umgeben. An der Oberfläche strahlen tausende von feinen Schleimfäden aus.
Es giebt auch zusammengesetzte Radiolarien (Polycyttarien). Diese bilden grössere Gallertklumpen von cylindrischer oder kugeliger Form, von 1 bis 3 Centimeter Durchmesser. Die Gallerte besteht grösstentheils aus solchen Wasserblasen, und in der Oberfläche sind ältere, im Innern dagegen jüngere Centralkapseln vertheilt [(Fig.27]; s. folg. S.). Jede der letzteren ist oft von einer gegitterten Kieselschale umschlossen ([Fig. 28]).
Bei sehr vielen Radiolarien ist die Kieselschale eine Gitterkugel ([Fig. 25], [28], [29], [31]); oft gehen lange, regelmässig vertheilte Stacheln davon ab ([Fig. 29]). Bei den Ommatiden ([Fig. 30], [31]) finden wir mehrere solcher Gitterkugeln concentrisch in einander geschachtelt und durch radiale Stäbe verbunden, ganz ähnlich dem bekannten zierlichen Spielzeug, das die Chinesen aus Elfenbein anfertigen.
Fig. 27. Collosphaera (Huxleyi). Ein zusammengesetztes Radiolar mit vielen Centralkapseln; die inneren kleineren ohne, die äusseren grösseren mit Kieselschale. Zwischen den ausstrahlenden Fäden sind zahlreiche kleine gelbe Zellen zerstreut. Im Centrum der Colonie ist eine grosse Wasserblase sichtbar umgeben von einem Protoplasma-Netz.
Fig. 28. Eine einzelne Kieselschale (stachelige Gitterkugel) von Collosphaera (spinosa).