Zellenhorden (Coenobia), welche aus zahlreichen gleichartigen, beweglichen Zellen locker zusammengesetzt sind. Die Zellen sind meistens spindelförmig, umschliessen einen Kern und können ihre Gestalt ändern. Sie leben in grossen Haufen gesellig beisammen, und bewegen sich in eigenthümlicher, noch unerklärter Weise rutschend oder gleitend umher (ähnlich manchen Diatomeen). Die Bewegung geschieht nicht frei im Wasser, sondern ausschliesslich in einer eigenthümlichen Fadenbahn (Linodium), einem Gerüste von starren, baumförmig verästelten und netzförmig verbundenen Fäden. Diese Fäden besitzen faserige Structur und werden von den wandernden Zellen ausgeschieden. Auf den mannigfachsten Umwegen gleiten die Spindelzellen in der Fadenbahn umher, sammeln sich später in Haufen und kapseln sich ein. Bei dieser Encystirung erhält jede Zelle eine Membran, und die ganze gesammelte Horde eine Rindenkapsel. In jeder einzelnen Zelle entstehen später vier junge Zellen (Tetrasporen). Die Labyrinthuleen leben im Meere.

Gattung: Labyrinthula. (Arten: L. vitellina. L. macrocystis.)

Neunte Klasse des Protistenreiches.

9. Bacillariae. Schachtlinge.

(Synonym: Diatomeae. Diatomaceae. Stabthierchen.)

Einzellige Organismen oder Zellenhorden (Coenobia); lockere Gesellschaften von mehreren Zellen, welche in Gallertmassen oder auf gemeinsamen, verzweigten Stielen vereinigt sind. Der Zellenleib ist stets von einer zweiklappigen Kieselschale umschlossen, deren beide Hälften so ineinander geschoben sind, wie eine Schachtel und ihr Deckel. Meistens bewegen sich die Zellen rutschend oder schwimmend umher, wahrscheinlich mittelst eines äusserst feinen Wimperkranzes, welcher in dem engen Spalte zwischen der Schachtel und ihrem Deckel frei vortritt. Ernährung und Stoffwechsel wie bei den einzelligen Algen. Fortpflanzung ungeschlechtlich, durch Theilung. Im Beginn der Theilung schieben sich die beiden Klappen der schachtelähnlichen Kieselschalen auseinander; der Kern theilt sich in zwei auseinander weichende Hälften, ebenso das Protoplasma. Darauf bildet sich jede Tochterzelle eine neue Schalenhälfte zu der alten Hälfte, die den Schachteldeckel bildet. Die so entstehenden Generationen werden fortgesetzt immer kleiner, bis zuletzt eine Generation (von Auxosporen) entsteht, welche die ganze Kieselschale abwirft, mächtig wächst und dann eine neue Kieselschale erster Grösse bildet. Die Diatomeen oder Bacillarien leben in zahllosen, zierlichen Formen überall im Meere und im Süsswasser.

Erste Ordnung der Bacillarien:

Naviculatae (EHRENBERG). Kahn-Schachtlinge. F[ig. 45].

Gattungen: Navicula (gracilis). Cocconeis (placentula).

Zweite Ordnung der Bacillarien: